Fotos: Traude Schachner
Samstag, 2. September 2023
Freitag, 1. September 2023
Geschichten aus der Vergangenheit
In der Tages-Post, in der Welser Zeitung und im Prager Tagblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.
![]() |
| Kurhaus Bad Hall |
(Linzer) Tages-Post 21. Oktober 1899
Aus dem Stodertal erhalten wir folgende Mitteilung:
Seit einer Reihe von Jahren, wenn längst die Schwalben nach Süden entflohen und die Herbstnebel aus den Tälern emporsteigen, kommt ein lustiges Völklein in unser idyllisch schön gelegenes Tal gezogen. Wenn längst allerorten kein Sommergast mehr zu sehen ist, wird hier ein feucht-fröhlicher Nachsommer gefeiert. Anfangs bescheiden, mehren sich jetzt immer mehr die liebenswerten Gäste. Es sind Herrn und Damen aus den ersten Kreisen von Bad Hall, welche nach der Kursaison Erholung suchen in den Bergen. Es ist nun zur Tatsache geworden, dass wir hier eine Bad Haller Spätherbst-Fremdenkolonie haben, welche ihren Ursprung einer Tischgesellschaft bei Neubauer verdankt und an deren Spitze ein bekannter ausgezeichneter Arzt aus Bad Hall steht. Kaum dass
die fröhlichen Haller im Stodertal eingezogen sind, beginnt reges Leben im bekannten Jaidhaus in Hinterstoder und hoch oben am Karl Krahl-Schutzhause (Prielschutzhaus) am großen Priel.
Aus dem Stodertal erhalten wir folgende Mitteilung:
Seit einer Reihe von Jahren, wenn längst die Schwalben nach Süden entflohen und die Herbstnebel aus den Tälern emporsteigen, kommt ein lustiges Völklein in unser idyllisch schön gelegenes Tal gezogen. Wenn längst allerorten kein Sommergast mehr zu sehen ist, wird hier ein feucht-fröhlicher Nachsommer gefeiert. Anfangs bescheiden, mehren sich jetzt immer mehr die liebenswerten Gäste. Es sind Herrn und Damen aus den ersten Kreisen von Bad Hall, welche nach der Kursaison Erholung suchen in den Bergen. Es ist nun zur Tatsache geworden, dass wir hier eine Bad Haller Spätherbst-Fremdenkolonie haben, welche ihren Ursprung einer Tischgesellschaft bei Neubauer verdankt und an deren Spitze ein bekannter ausgezeichneter Arzt aus Bad Hall steht. Kaum dass
die fröhlichen Haller im Stodertal eingezogen sind, beginnt reges Leben im bekannten Jaidhaus in Hinterstoder und hoch oben am Karl Krahl-Schutzhause (Prielschutzhaus) am großen Priel.
Männlein und Weiblein tummeln sich herum bis zu den höchsten Bergspitzen. Die Männer obliegen, wenn gerade keine neuen Gebirgsübergänge zu entdecken sind, dem edlen Weidwerk und wenn auch noch die meisten Hirsche leben, die geschossen werden sollten, so gibt es doch diverse Jagdabenteuer und ein neuester Sport ist der, das Leben der Gemsen mit Amateurphotographen-Apparaten zu belauschen und abzunehmen. Welche Freude, wenn ein schönes Bild traulichen Lebens der flinken Alpengazelle abgelauscht wurde! Und wer heute noch trotz der kalten Oktoberstürme am Flachland das Stodertal betritt, wird in dem langen Talkessel eine warme, wundermilde Luft finden bei nebelfreien, sonnigen Tagen. Während man in der Landeshauptstadt und im weiten Land jetzt zu den Winterröcken greift, geht man in Stoder mit Kniehosen und leichtem Rock herum. Und je höher man steigt, welcher Sonnenglanz und Sonnenwärme. Nur in der über 1000 Meter hohen Region beginnt Schnee sich zu zeigen. Bis Allerheiligen währt die Nachsommersaison der Bad Haller und sollte auch tiefer Schnee schon längst im Tal sein..
********
Ein Retter in der Not.
In einer Schweizer Zeitung wurde folgender erschütternder Vorgang gemeldet:
„Bei dem Brand eines Hauses hatten die Flammen so schnell um sich gegriffen,
dass die Bewohner nur durch schnellste Flucht ihr nacktes Leben retten konnten.
Ein Benzinbehälter war nämlich explodiert und hatte alle Bewohner in höchste
Lebensgefahr gebracht. Vor dem Haus stand eine wehklagende Frau, deren Kind in
der Wohnung zurückgeblieben war, da weder der Vater noch die Mutter die Möglichkeit
hatten, in das brennende Schlafzimmer des Kindes einzudringen. Bevor die Feuerwehr
auf dem Platz erschienen war, um Rettungsarbeiten vornehmen zu können, wäre das Kind
längst verbrannt gewesen.
Das Ehepaar besaß einen deutschen Schäferhund, der bei dem
Jammern seiner Herrin furchtbar erregt war und fortwährend Miene machte, in das
offene Zimmer der in dem ersten Stock gelegenen Wohnung zu springen. Wenn auch die
Wohnung in dem altmodischen kleinen und niedrigen Haus nicht sehr hoch war, so konnte
der Hund doch nicht in das Zimmer gelangen. Da kam im Augenblick der höchsten Gefahr
ein Bewohner des Hauses auf den glücklichen Gedanken, vor das Haus einen Tisch und
darauf einen Stuhl zu stellen. Der Hund schien zu wissen, dass diese Arbeiten seinem
Rettungswerk galten, denn er war kaum mehr zu halten und als der Stuhl auf dem Tisch
stand, war er in der selben Sekunde darauf gesprungen und sofort mit einem großen Satz
durch das offene Fenster in das Zimmer gelangt. Niemand glaubte, dass das Tier die
Klugheit aufbringen werde, zu wissen, was es tun solle. Aber bevor man sich darüber
noch Vermutungen hingeben konnte, war der Hund schnell wie ein Gedanke schon wieder
im Fensterrahmen erschienen und hatte zwischen den Zähnen das Tragkissen, in dem der
Säugling lag.
Auf schnell hingeworfene Kissen sprang nun der Hund herunter und war dabei so
behutsam, dass das Kind fast keinerlei Verletzungen erlitt.
Auf diese Weise wurde das Leben des Kindes gerettet, das schon verloren zu sein schien."
*********
Prager Tagblatt 12. Mai 1932
Frau M. fühlte sich gar nicht wohl. Sie geht zum Hausarzt, der ihr nach gründlicher Untersuchung sagt: „Liebe Frau, Ihnen fehlt nichts. Sie geht zum Spezialarzt, der gleichfalls keine Krankheit finden kann.
Prager Tagblatt 12. Mai 1932
Frau M. fühlte sich gar nicht wohl. Sie geht zum Hausarzt, der ihr nach gründlicher Untersuchung sagt: „Liebe Frau, Ihnen fehlt nichts. Sie geht zum Spezialarzt, der gleichfalls keine Krankheit finden kann.
Erst die Kapazität hat ein Einsehen. Sie sagt: „Sie haben ein Herzleiden, einen Herzklappenfehler. Sie müssen wegen eines Frauenleidens zu einem Spezialisten, ihre Lunge ist auch angegriffen und die Nerven bedürfen einer gründlichen Behandlung.—
Prager Tagblatt 28. November 1926
Dankbar drückt ihm Frau M. die Hand: „Jetzt bin ich beruhigt!"
********
Rabelais befand sich eines Tages im Gefolge des Kardinals de Bellay, als dieser dem Papst
seine Aufwartung machte. Als er aber sah, dass der Kardinal nach altem Brauch sich zu Boden
warf und und dem Papst die Füße küsste lief er mit allen Zeichen des Schreckens davon und
schloss die Türe hinter sich. Der Kardinal war über dieses Verhalten sehr erzürnt und machte
ihm bei seiner Rückkehr die heftigsten Vorwürfe.
„Monseigneur“, sagte Rabelais, „als ich sah,
dass ihr, ein Kardinal, ein Fürst und mein Herr, dem Papst die Füße küsst, hatte ich da nicht
allen Grund zur Annahme, dass ich, der ich im Vergleich zu euch nur ein armer Schlucker bin,
ihm hätte den Hintern küssen müssen?“
Samstag, 26. August 2023
Freitag, 25. August 2023
Not und Elend in turbulenten Zeiten.
In der Linzer Tages-Post und im Wiener Tagblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.
Schiunglück oder Verbrechen.
Aus Gößl bei Bad Aussee wird uns berichtet: Ein in Sportkreisen bekannter
Hamburger, Herr Othmar, der sich derzeit in Österreich aufhält, ist auf einer
Schitour, die er allein von Hinterstoder aus über das Tote Gebirge machen
wollte, schwer verunglückt. Othmar dürfte Infolge des einsetzenden Tauwetters
seine Tour rasch noch erledigen haben wollen und dürfte die Absicht gehabt
haben, über den Brotfall und das Prielplateau, nach Elmgrube und Gößl zu fahren,
geriet jedoch in das sogenannte Feuertal, wo er am 7. Januar schwer verwundet
gefunden wurde. Schneeschuhläufer, die ebenfalls nach Bad Aussee wollten,
bemerkten im Schnee einen zirka 100 Meter langen Blutstreifen, der in
abschüssiger Richtung gegen das Feuertal zeigte. Die Leute befürchteten
sofort ein Unglück und fanden, als sie dieser entsetzlichen Markierung
nachgingen, bei einem Steinblock liegend, den Verunglückten.
Othmar war vollständig bei Besinnung, obwohl er eine große Menge Blut
verloren hatte. Allerdings verlor er kurze Zeit darauf, nachdem man ihn
auf eine aus Schi zusammengestellte Tragbahre gelegt hatte, sein Bewusstsein.
Es wird gezweifelt, ob Othmar mit dem Leben davon kommen wird, zumal schwere innere Verletzungen festgestellt wurden. Merkwürdig ist, dass der
verunglückte Schiläufer weder Geld noch eine Uhr hatte, obwohl ein Bergführer
der sich Othmar zur Führung antrug, bestimmt behauptet, dass Othmar eine
„gut gefüllte" rote Juchtenlederbrieftasche und eine Armbanduhr gehabt hätte,
da er den Führer frug, in wie viel Stunden es möglich wäre, Gößl zu erreichen,
wobei er den Sweater zurückstreifte und auf die Uhr sah. Gleich darauf
sei er allein aufgebrochen. Diese Umstände würden ein Verbrechen nicht
ausgeschlossen machen und es wird Sache der Untersuchung sein, die näheren
Umstände aufzuklären.
Ein in Hamburg lebender Bruder des Verunglückten wurde telegraphisch verständigt.
— Diese etwas geheimnisvolle Nachricht über das Schiunglück ist jedenfalls mit
einiger Vorsicht aufzunehmen.
*********
(Linzer) Tages-Post 22. Juni 1920
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) 4. August 1939
Am Samstag, den 5.8.1939 findet in den Bergen von Hinterstoder eine
Gedenkfeier für den im Jahre 1934 beim Hissen einer Hakenkreuzfahne
tödlich verunglückten illegalen Ortsgruppenleiter der NSDAP- von Hinterstoder
Karl Weigerstorfer statt, der in der damaligen schweren Zeit mit seinen großen
Propagandaaktionen beispielgebend wirkte. Von den mächtigen Bergwänden des
Stodertales grüßte fast an jedem neu erwachenden Tag ein neues mächtiges
Hakenkreuz das Tal. In schwerer Kletterei in kalten Nächten, mit dem Farbkübel
oder mit eingerollten Fahnen, stieg Weigerstorfer mit seinen SA-Kameraden
in die schwersten Wände ein und brachte die Zeichen der Bewegung an Stellen
an, wo sie die Hüter des damaligen Systems auch bei Tag sich nicht zu entfernen
getrauten. Eines Tages nun kam Weigerstorfer von einer solchen Kletterei nicht
mehr zurück. Man fand ihn zwanzig Meter unter der wehenden Fahne, die er
vorher noch gehißt hatte, an einer Felswand, von der er abgestürzt war
tot auf. An dieser Stelle soll nun ein würdiges Ehrenmal errichtet werden.
Anfang der 1920er Jahre, in den Zeiten der Hyperinflation, in der die Geldscheine täglich rasant an Kaufkraft verloren, waren viele Gemeinden, wie auch Hinterstoder gezwungen, eigene Geldscheine drucken zu lassen. Das sogenannte Notgeld. Die Währung waren Kronen und Heller.
1 Krone hatte 100 Heller.
Im Jahr 1924 ging die Republik Österreich zur Schillingwährung über.
Aus 10 000 Kronen wurde 1 Schilling.
1 Krone hatte 100 Heller.
Im Jahr 1924 ging die Republik Österreich zur Schillingwährung über.
Aus 10 000 Kronen wurde 1 Schilling.
(Linzer) Tages-Post 22. Juni 1920
Das von der Gemeinde Hinterstoder zur Ausgabe gelangende Notgeld (Entwurf von E.T. Compton) wird in allernächster Zeit ausgegeben und in Verkehr gesetzt. Es wollen sich alle diejenigen, welche bereits Notgeld bei der Gemeinde
Hinterstoder bestellten und Geld hierfür eingesandt haben, noch kurze
Zeit gedulden, da das Notqeld demnächst fertiggestellt ist und nach
Einlangen sofort an die Besteller abgesendet wird.
Die Gutscheine werden folgende Bilder tragen: 10er Scheine das
Prielkreuz, 20er Scheine die Spitzmauer, 50er Scheine die Polsterlucke.
Die Ausführung ist eine sehr gediegene und gute und diese Notgeldserie
wird gewiss jedem Sammleralbum eine Zierde sein.
Hinterstoder bestellten und Geld hierfür eingesandt haben, noch kurze
Zeit gedulden, da das Notqeld demnächst fertiggestellt ist und nach
Einlangen sofort an die Besteller abgesendet wird.
Die Gutscheine werden folgende Bilder tragen: 10er Scheine das
Prielkreuz, 20er Scheine die Spitzmauer, 50er Scheine die Polsterlucke.
Die Ausführung ist eine sehr gediegene und gute und diese Notgeldserie
wird gewiss jedem Sammleralbum eine Zierde sein.
********
Neues Wiener Tagblatt (Tages-Ausgabe) 4. August 1939
Am Samstag, den 5.8.1939 findet in den Bergen von Hinterstoder eine
Gedenkfeier für den im Jahre 1934 beim Hissen einer Hakenkreuzfahne
tödlich verunglückten illegalen Ortsgruppenleiter der NSDAP- von Hinterstoder
Karl Weigerstorfer statt, der in der damaligen schweren Zeit mit seinen großen
Propagandaaktionen beispielgebend wirkte. Von den mächtigen Bergwänden des
Stodertales grüßte fast an jedem neu erwachenden Tag ein neues mächtiges
Hakenkreuz das Tal. In schwerer Kletterei in kalten Nächten, mit dem Farbkübel
oder mit eingerollten Fahnen, stieg Weigerstorfer mit seinen SA-Kameraden
in die schwersten Wände ein und brachte die Zeichen der Bewegung an Stellen
an, wo sie die Hüter des damaligen Systems auch bei Tag sich nicht zu entfernen
getrauten. Eines Tages nun kam Weigerstorfer von einer solchen Kletterei nicht
mehr zurück. Man fand ihn zwanzig Meter unter der wehenden Fahne, die er
vorher noch gehißt hatte, an einer Felswand, von der er abgestürzt war
tot auf. An dieser Stelle soll nun ein würdiges Ehrenmal errichtet werden.
Freitag, 18. August 2023
Nachdenklich werden manche alten Zeitungsartikel gelesen.
Im Linzer Volksblatt, in der Salzkammergut Zeitung, und im Salzburger Volksblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.
Hinterstoder, 31. Juli. Von der Almwirtschaft.
Eine bedauerliche Erscheinung ist die fortwährende Abnahme der Almwirtschaften. Eine Almhütte nach der anderen fällt dem Jagdsport zum Opfer. So werden die schönen Almen des Rottales heuer zum letzten mal betrieben.
Eine Alm dieses Tales wurde bereits heuer nicht mehr betrieben. Das Vieh, das sonst dort weidete, brach nun »eigenmächtig« nach dieser Alm durch und war nur mit großer Anstrengung wieder fortzubringen.
Es ist nun zu begreifen, dass der Gebirgsbewohner in seinem wirtschaftlichen Notstand dem Zauber des blanken Geldes erliegt, aber er gibt mit der Alm einen Teil seiner Freiheit und Selbständigkeit hin und je häufiger dieser Verkauf wird, desto größer muss naturgemäß die Abhängigkeit der gesamten Gebirgsbevölkerung von den Jagdherren werden.
********
Salzkammergut-Zeitung 23. September 1900
Salzburger Volksblatt: unabh. Tageszeitung f. Stadt u. Land Salzburg 15. Mai 1925
Die schwersten Blutopfer aller deutschöstereichischen Gemeinden hat im Kriege
Hinterstoder gebracht. Die Zahl der Gefallenen Hinterstoders beträgt 64, das sind 51 Prozent aller Gemeindekinder, die an der Front standen. Am 29. Juni (Peter und Paul) wird Hinterstoder seinen Blutzeugen ein Kriegerdenkmal enthüllen.
Salzkammergut-Zeitung 23. September 1900
Maria Kumitz, 16. September 1900.
Unter den vielen Wallfahrern befand sich heute bei unserem Kirchenfest
auch der Schmiedsohn I. Sch. von Hinterstoder und dessen greiser,
79jähriger Vater. Der lange, teilweise beschwerliche Wallfahrtsweg der
Beiden (von Hinterstoder über den Salzsteig nach Maria Kumitz) war ein
Dank und Bittopfer, denn der Sohn kam vor fünf Wochen dem
Transmissionsriemen des Gebläsegetriebes beim Einölen so nahe, dass
der rechte Arm erfasst, wie eine Wurst gedreht und viermal gebrochen
wurde. Und nach dieser kurzen Frist ist wieder Leben in den Fingern
und etwas Bewegung im Ellbogen und in der Schulter.
Darum war die Wallfahrt ein Dank, sie ist aber auch eine Bitte,
um durch die mächtige Fürbitte der Schmerzensmutter die vollständige
Heilung zu erflehen, welche wir dem guten Schmiedsohn vom Herzen
wünschen, denn er ist ein eifriger Marienverehrer, indem er schon
viele Jahre mit Vater und Bruder die Leitung der so beschwerlichen
Stodererwallfahrt auf sich genommen hat.
Auch der Bauernsohn von
Tauplitz, von dem wir berichteten, dass ihm die Sense bis an das
Bein des Unterarmes drang, geht seiner Genesung entgegen.
********
Linzer Volksblatt 27. Oktober 1903
Gemeindewahlen. Man schreibt uns aus Hinterstoder, 24. Oktober1903.
Bei der heute stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde Stephan Ramsebner,
Besitzer des Nickergutes, eine stattliche Persönlichkeit, zum neuen
Bürgermeister von Hinterstoder gewählt. Dieser Neuwahl wohnt insofern
eine besondere Bedeutung inne, als sie zeigt, dass das Vertrauen
der Bevölkerung sich allgemach anderen Männern als bisher zuzuwenden
beginnt.
Es ist schließlich auch kein Wunder, wenn Männer, die als
Gegner von so gemeinnützigen Anstalten wie die Raiffeisenkassa eine
ist, dastehen, das Vertrauen nicht so genießen, wie sie es wünschen.
Die vor etwa drei Wochen stattgefundene Gemeindeausschusswahl erregte
diesmal allgemeine Befriedigung durch den Umstand, dass wir endlich
einmal eine wirklich geheime Wahl hatten und niemand mehr Ursache
zu irgend einer Klage hatte.
Diese sehr angenehme Wendung wird
allgemein dem Bestreben des gewesenen Gemeinderates Doktor der
Medizin Adolf Hauer zugeschrieben. Allgemein beklagt man es,
dass genannter Herr Doktor mit seinem fast klassischen und seltenen
Rechtlichkeitssinn den neuen Gemeinderat nicht mehr ziert.
********
Die schwersten Blutopfer aller deutschöstereichischen Gemeinden hat im Kriege
Hinterstoder gebracht. Die Zahl der Gefallenen Hinterstoders beträgt 64, das sind 51 Prozent aller Gemeindekinder, die an der Front standen. Am 29. Juni (Peter und Paul) wird Hinterstoder seinen Blutzeugen ein Kriegerdenkmal enthüllen.
Mittwoch, 16. August 2023
Abonnieren
Posts (Atom)


























































