Donnerstag, 6. Juni 2024

Unser Blog ist heute 12 Jahre alt

Am 6. Juni 2012, genau vor 12 Jahren, wurde zum ersten Mal in diesem Blog über das Stodertal und die Pyhrn-Priel Region berichtet. Seither wurde je nach Aktualität, aber bestimmt jeden Freitag, ein neuer Beitrag erstellt.
Bisher haben Zuseher von mehr als 100 Ländern rund um den Erdball 417 045 mal auf die derzeit 1167 Beiträge  zugegriffen.
Die alten Geschichten aus dem Stodertal sind bereits hier niedergeschrieben. Deshalb wird  auch immer wieder über besondere Anekdoten berühmter Persönlichkeiten aus Zeitungsarchiven erzählt.
Um die Geschichte von Hinterstoder mit Bildern in Erinnerung zu behalten wird derzeit an der Erstellung einer Topothek gearbeitet, die nach Fertigstellung Online gestellt wird.
Wir werden rechtzeitig darauf hinweisen wenn die Topothek online ist. 

Bei allen Lesern möchte ich mich herzlich für ihr Interesse bedanken.             Heinz Schachner 


Die Fahnen zeigen an von wo aus der Blog von den Besuchern gesehen wird.

Freitag, 31. Mai 2024

Geschichten aus der Vergangenheit

In der Linzer Tages-Post konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst. 


Linzer Tages-Post 29. Mai 1912
Fischdiebstahl.
 
Aus Hinterstoder: Am 26. Mai 1912 ertappten Josef und Theresia Buchegger in Vordertambergau den schon wegen Fischdiebstahl vorbestraften, am 1. März 1890 in Hinterstoder (Oberösterreich) geborenen und dahin zuständigen, ledigen Knecht Friedrich Wallner in Vorderstoder Nr. 25, als er gerade in dem von Herzog von Württemberg vom  k. k. Agrar gepachteten Loigisbach Forellen fischte.
Nach der beim Gendarmerieposten Hinterstoder erstatteten Anzeige stellte sich nun heraus, dass Friedrich Wallner im Oktober 1911 einmal 33 Forellen fischte und in Gesellschaft der Knechte Johann Breitenbaumer und Johann Plursch auf dem sogenannten Herzogreit, wo sie die Sennerin um Schmalz baten, verzehrten. Nun werden sich die geübten Fischer vor Gericht zu verantworten haben.

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Linzer Tages-Post 7. November 1914
Steyr, 4. November. Wenn die Familie den Beschützer entbehrt.
Wegen Verbrechens der Einschränkung der persönlichen Freiheit und der Schändung, sowie wegen Übertretung der Sittlichkeit hatte sich beim hiesigen Kreisgericht der 26jährige, in Windischgarsten geborene, nach Hinterstoder zuständige Maurergehilfe Josef Mayer, in Seebach, Gemeinde Pichl, wohnhaft, zu verantworten, war aber zur Verhandlung nicht erschienen, weshalb die Verhandlung in seiner Abwesenheit geführt wurde. Der Sachverhalt war folgender: 
Die Eheleute Jgnaz und Rosa Forstner bewohnten mit ihren Kindern im Alter von 
5 bis 12 Jahren allein ein isoliertes Häuschen in Pichl. Josef Mayer, welcher wusste, dass Ignaz Forstner zum Landsturm eingerückt war, veranlasste in der Nacht zum 14. vorigen Monats die Rosa Forstner unter dem Vorwand, dass er ihr einen Brief von ihrem Gatten zu übergeben habe, die Haustüre aufzusperren. Statt einen Brief zu übergeben, stellte er an die Frau einen unsittlichen Antrag, den diese energisch zurückwies. Darauf schritt der Wüstling zur Gewaltanwendung, wobei beide zu Boden fielen und Josef Mayer die Rosa Forstner mit Gewalt festhielt. Die Frau wehrte sich und rief laut, er möge sie auslassen, Mayer ließ aber von ihr erst ab, als sie schließlich drohte, sie werde ihr älteres Mädchen vom ersten Stock herab zu Hilfe rufen.
Jetzt begab sich Mayer, trotz Abwehr seitens der Rosa Forstner, in die im ersten Stocke des Hauses befindliche Schlafkammer der Kinder, wo er die Frechheit hatte, sich seiner Kleider zu entledigen und in ein Bett zu legen, um hier, ohne lange zu fragen, zu übernachten. Während der Nacht beging er dann an dem zwölfjährigen Mädchen der Eheleute Forstner ein Sittlichkeitsverbrechen. Die Verhandlung wurde geheim durchgeführt und endete mit der Verurteilung Mayers zu fünf Monaten schweren, monatlich mit zwei Fasttagen verschärften Kerkers.

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Joan Crawford US Schauspielerin
(geb.1905, gest.1977)

Joan Crawford wurde von einem hartnäckigen Anbeter unablässig verfolgt.
Der verzweifelte Liebhaber ging so weit, dass er sich vor Joan auf die Knie warf und seufzte: „Ich liebe Sie, Mrs. Crawford. Ihretwegen könnte ich sogar einen Mord begehen!“ Joan antwortete unberührt: „Ich bin bescheidener, ich bin schon mit einem raschen Selbstmord zufrieden!“
  
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   Marlene Dietrich Deutsche Schauspielerin 
                   (geb.1901, gest.1992) 

Marlene Dietrich wurde einmal zu einer Cocktail Party in New York eingeladen. 
An und für sich lebt Marlene ziemlich zurückgezogen, denn sobald sie sich öffentlich zeigt, wird sie ein Opfer der Autogrammjäger. Sie hat auch im Laufe der Jahre einige hundert Heiratsanträge bekommen. 
Auch auf dieser Cocktail Party wurde Marlene hartnäckig von einem jungen Mann verfolgt, der sie nicht einen Augenblick in Ruhe ließ. Ärgerlich sagte die schöne Marlene zu ihm: „Wer sind Sie denn eigentlich und was wollen Sie von mir?“ 
Der junge Mann erwiderte ganz empört: „Aber ich habe Ihnen doch im vorigen Jahr einen Heiratsantrag gemacht!“ 
„So?“ sagte Marlene mit ihrer tiefen Stimme gelangweilt. „Und habe ich damals »Ja« gesagt?“

Freitag, 24. Mai 2024

Kurioses aus der Vergangenheit

Im Tagblatt und im Prager Tagblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

                                                 
Tagblatt 7. Juli 1932
Vorderstoder. „Buben gehts ham..."
Auch in unserem kleinen ruhigen Gebirgsort gab es am vorigen Sonntag bei
einem Wirt eine Nazi-Zirkus-Vorstellung. Erschienen waren aus Hinterstoder
und Windischgarsten ein Trupp Nazi-Artisten mit ihrem Führer mit dem so schön
klingenden Namen Weiskopf. Unter Trommelschlag wurde in Steiners Saal eingezogen: 20 Groschen Eintritt, meine Herren!
Aber die so zahlreich anwesenden Bauern und Landarbeiter riefen ihnen zu: Was, an Krieg wollts wieder. Pfui! Und begaben sich in die Gaststube, die Nazi allein lassend. Ganze vier Personen waren Zuhörer dieser Weiskopf-Serenade. Ja die Stoderer gehen nicht so leicht auf den Leim! Beim Verlassen des Ortes konnten die paar unerwünschten Fremden von den anwesenden Bauern noch ein kräftiges Pfui mit nach Hause nehmen, und ganz richtig rief ihnen einer zu: Buben, gehts ham, die Mutter melkt d' Milch!

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Tagblatt 22. Mai 1927

Der verbotene Nasenring.
Der französische Kolonialminister hat ein Dekret publiziert, mit welchem den Negern in Zentralfarika verboten wird, Lippen- und Nasenringe zu tragen. 
Neger, insbesondere Negerinnen, welche sich in Zukunft dieser Operation unterziehen, werden mit zwei- bis fünfjährigem Gefängnis, die Wunderdoktoren, welche die Operation vornehmen, mit fünf bis zehn Jahren Gefängnis bestraft. 
Die schönheitshungrige Negerin, die den Ring in der Nase für ebenso zur Vollendung ihrer Reize notwendig hält, wie manche Geschlechtsgenossin in Europa den Ring im Ohr, wird sich ganz verwundert fragen: Was geht den Kolonialminister unser Nasenring an?

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Sir Ernest Henry Shackleton

  (geb.1874, gest.1922) 

britischer Antarktisforscher


Der Polarforscher Sir Ernest Shackleton wurde in Berlin dem Kaiser Wilhelm II. vorgestellt und es wurde ihm vorher angedeutet, dass es nicht üblich sei, dem Monarchen auf irgend eine Behauptung zu widersprechen.
Nach der Vorstellung „erkundigte“ sich der Kaiser bei Shackleton nach den Lebensgewohnheiten der Eisbären in der von Shackleton bereisten Südpolarregion. 
„Am Südpol gibt es keine Eisbären Majestät", erwiderte Shackleton. „Keine Eisbären?“ rief der Kaiser, warf Shackleton einen vernichtenden Blick zu und fügte scharf hinzu: „Warum?“

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                                 Pablo Picasso (geb.1881, gest.1973) 
                                              Selbstportrait 1907

Pilsner Tagblatt 3. Juni 1926
Die Erklärung.
Von dem französischen kubistischen Maler Picasso wird eine hübsche Geschichte in Pariser Blättern erzählt: Kürzlich kaufte eine Amerikanerin eine Zeichnung von ihm und erging sich in begeisterten Lobsprüchen. Nachdem sie das Werk genügend lange bewundert hatte, fragte sie: „Und nun teurer Meister, sagen Sie mir noch, was es darstellt?" Picasso erwiderte: „Ganz genau 3000 Franks, Madame!"  

Freitag, 17. Mai 2024

In der "guten alten Zeit" war es auch nicht immer gut.

Im Wiener Journal, im Linzer Volksblatt und im Tagblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.


Neues Wiener Journal 17. März 1917
Gesperrte Sommerfrische.
Die Sommerfrischen Windischgarsten, Spital am Pyhrn, Hinterstoder und Klaus geben hiermit bekannt, dass sie infolge der Knappheit sämtlicher Lebensmittel nicht in der Lage sind, in der heurigen Saison Fremde zu verpflegen.
Die Sommerfrischen Neumarkt bei Salzburg und Losenstein haben den Beschluss gefasst, keine Sommerwohnungen an Sommergäste zu vermieten. 
Der Landesverband für Fremdenverkehr in Oberösterreich teilt mit:
Die Verpflegungsmöglichkeiten für Fremde in den oberösterreichischen Kurorten und Sommerfrischen, insbesondere außerhalb der eigentlichen Kuranstalten und Hotels, sind vorläufig noch sehr unsicher. Es empfiehlt sich, jedenfalls dringendst, vor der Einmietung in einer Sommerfrische sich bei dem betreffenden Gemeindeamt über die Verpflegsverhältnisse zu vergewissern sowie den Tag einer Übersiedlung schon einige Wochen vorher dem Gemeindeamt anzumelden.

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Linzer Volksblatt 24. Juli 1906 
Schutzhausenweihung 
Aus Hinterstoder, 22. Juli 1906, wird uns geschrieben: 
Heute Sonntag Mittags fand die feierliche Einweihung des von der Sektion Linz des österreichischen Touristenklubs neu vergrößert erbauten Priel-Schutzhauses statt.
Leider war das Wetter schon an den Vortagen ein höchst ungünstiges, indem tagsüber heftige Regengüsse Straßen und Wege teilweise unpassierbar machten. Auch am heutigen Festtag regnete es mit Ausnahme von wenigen Pausen. Trotz des schlechten Wetters fanden sich eine große Anzahl wetterfester Touristen und Touristinnen im Schutzhause ein und wohnten der schönen Feier bei. Vom Zentralausschuß des österr. Touristenklubs war der Präsident Herr J. Szombathy anwesend, außerdem waren Vertreter von den verschiedenen Vereinen erschienen, wie vom deutschösterreichischen Alpenverein, alpinen Gesellschaft „Krummholz",niederösterr. Gebirgsverein etc., sowie Vertreter der Gemeinde Hinterstoder und der hohen Jagdleitungen. 
Der Weihe, welche vom Hochwürdigen Herrn Pfarrer Anton Lehner von Jnnerstoder vorgenommen wurde, folgte vom Baumeister Narbeshuber die Übergabe des Hauses an die Sektion. Nach den üblichen Ansprachen konzertierte sogar eine stramme Musikkapelle. Zur Mittagszeit, während der eigentlichen Feier, erfreute wenige Augenblicke die Sonne die Schar der bunten Hüttengäste.

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Linzer Volksblatt 12. August 1902 
Gewitter und Blitzschläge aus Hinterstoder. 
Am 7. August 1902 wird uns in Ergänzung der früheren Nachrichten geschrieben: Um zirka 4 Uhr nachmittags kam über das „Tote Gebirge“ ein Gewitter gezogen, welches sich vom kleinen Priel aus über das ganze Tal verbreitete und von einem wolkenbruchartigen Regen und Hagelschlag begleitet war. Die Steyr schwoll nicht besonders an, dagegen wüteten die Zuflüsse derselben desto mehr. So war einer davon der aus dem Klausgraben kommende Göritzbach.
Da er viel Schutt, Geröll und entwurzelte Bäume und Sträucher mit sich führte, staute sich die wilde Wassermenge und ergoss sich über den Wiesen- und Feldbesitz des Herzoglich Württembergschen Jägers und bedrohte seine Behausung, Bretter, Läden, Fässer riss der Grießbach (jetzt Stögerbach) mit sich, schwemmte das Holz aus der Holzhütte fort und untergrub dieselbe, dass sie beinahe zu Falle gebracht wurde. Arg mitgenommen wurde auch der Garten- und Wiesengrund des Besitztums eines anderen Jägers, der etwa 100 Schritte abwärts lag (Grabenhütte).
Alles war verschottert. Mit knapper Not entging die neu gebaute Stallung dem wütenden Anprall der entfesselten Fluten. Ebenso war auch das bei der Jagdhausbrücke liegende Jagdhäuschen (jetzt Hametner) sehr gefährdet, da der wilde Sturzbach sogar seinen Weg über die Brücke nahm. Auf ähnliche Weise haben auch die anderen Bäche gewütet, von denen einige im Sommer meist trocken liegen. 
Gar großen Schaden richtete die von Vorderstoder kommende Loigis an. An einigen Stellen des Tales kamen auch kleinere Erdabrutschungen vor.

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Tagblatt 26. November 1926
Weitere Sturmschäden. 
Aus Hinterstoder wird gemeldet, dass der Sonntag über verschiedenen Gegenden
Oberösterreichs wütende Orkan sich auch in den Ortschaften Mitterstoder, Hinterberg und Hintertambergau im Gemeindegebiet Hinterstoder übel bemerkbar machte. 
Im Dietlwald, der dem Gutsbesitzer Johann Feßl gehört, wurden etwa 500 Festmeter Waldstämme umgelegt oder entwurzelt. Aber auch in den zu erwähnten Ortschaften gehörigen Privatwaldungen wurden erhebliche Schäden angerichtet. Desgleichen wurden mehrere Obstbäume entwurzelt und viele beschädigt. Auch an verschiedenen Ziegel- und Strohdächern wurde Schaden angerichtet.

Samstag, 11. Mai 2024

Über die Paarung der Äskulapnattern.

Wenn man Glück hat, kann man im Mai/Juni das Liebesspiel der Äskulapnattern beobachten. Die Äskulapnatter ist die längste aller heimischen Schlangen und kann bis zu 2 Meter lang werden. Sie ist nicht giftig und sehr friedlich. Nur wenn sie gereizt und in die Enge getrieben wird kann sie zubeissen.
Früher haben in Hinterstoder Bauern Äskulapnattern als Haustiere gehalten und sie gefüttert. Die Nattern fressen vorwiegend Mäuse und Ratten und haben die Bauernhäuser 
davor geschützt.  






 

                                                   Fotos: Traude Schachner


Freitag, 10. Mai 2024

Das Leben schreibt manchmal seltsame Geschichten.

In der "Oberdonau Zeitung", im "Linzer Volksblatt" und in der "Leitmeritzer Zeitung" konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

Andreas Hofer (geb.1767, gest.1810)

Oberdonau-Zeitung 21. Februar 1943
Ein Leondinger Bauernhof im Besitz der Familie Andreas Hofers.

Speckbacher, der „Mann von Rinn“, als „Moar“.
Das kleine Dörfchen Leonding unweit der Oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz, ist dadurch bekannt geworden, dass in seinem Friedhof die Eltern Hitlers begraben liegen und was wenige wissen werden, auch mit der Familie des großen Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. 
Im Gemeindegebiet von Leonding ist der alte Bauernhof, das „Unterreisetbauerngut“, das vor noch nicht allzu langer Zeit gemeiniglich als ,.Tirolerhof“ bezeichnet wurde. Wie es zu diesem Namen kam?
— Der Krieg gegen Napoleon im Jahre 1809 war zu Ende und im Frieden von Wien wurde beschlossen, dass die so herrisch von seinen Bewohnern verteidigten Länder Tirol und Vorarlberg rechtskräftig den mit dem Korsen verbündeten Bayern zufielen. Der ganze heldenhafte Widerstand der Gebirgler unter dem Sandwirt von Passeier hatte nichts vermocht gegen das Stück Papier, das nun sein Geschick entschied.
Schon hatten die Söhne Tirols die siegreichen Waffen niedergelegt, durch falsche Nachrichten getäuscht, sich aber noch einmal erhoben. Ganz auf sich selbst gestellt, mussten sie nun der feindlichen Übermacht erliegen. Andreas Hofer und andere Führer flohen in versteckte, hochliegende Hütten, manch einer von ihnen auch außer Landes. Dass dies der Sandwirt nicht tat, sollte ihm zum Verhängnis werden. Sein Versteck ward verraten, er selbst von den Häschern ergriffen und nach der italienischen Festung Mantua gebracht, wo er einen Monat 
später  standrechtlich erschossen wurde...
Für die Familie Andreas Hofers, die um ihr gesamtes Hab und Gut gekommen, war von der Wiener Hofkammer ein Betrag von 40.000 Gulden ausgeworfen worden und man beschloss, dieses Geld in einem Bauerngut anzulegen. Die Wahl fiel auf ein Bauernhaus im Ort Leonding das aus dem Besitz des Grafen Thöndorf um 
27 600 Gulden erworben wurde. Den Rest des Geldes 12 400 Gulden sollte die Familie Hofer erhalten, wenn sie nach Leonding zieht. Falls sie aber in Tirol blieb sollte es Andreas Hofers älterster Sohn Hans erhalten.
1811 wurde die Verwaltung des Hofes dem Mitkämpfer des Sandwirts Josef Speckbacher, dem „Mann von Rinn“ übertragen, der nachdem er sich lange in der Heimat versteckt gehalten hatte, letzten Endes auf Schleichwegen doch nach Wien geflüchtet war und wie viele an die Berge gewöhnten Männer es ablehnten in die ihm als Asyl zugedachte Kolonie „Königsgmad“ im Banat auszuwandern. Gleichzeitig wurden ihm als Vorschuss auf Rechnung der Hoferschen Familie, 1000 Gulden gewissermaßen als Betriebskapital, ausgehändigt. Ende 1811 kam auch der junge Hofer, der bis dahin im Kloster Admont untergebracht war, in eine Wirtschaft wo er sich unter Speckbachers Anleitung die nötigen bäuerlichen Kenntnisse aneignen sollte. Speckbacher scheint aber ein besserer Soldat als Wirtschafter gewesen zu sein und die Chronik schweigt auch darüber wie Hans Hofer sich als Bauer in Leonding angelassen. Sie berichtet nur davon, dass der junge Hofer in Leonding schlechten Umgang pflegte und dass er deshalb auf Geheiss des Kaisers und auch auf dessen Kosten in das Stift Heiligenkreuz kam und bis 1818 in der Stiftskanzlei verwendet wurde.
Speckbacher hatte aber nicht nur wenig Lust zum Hof, es war ihm auch das Glück nicht hold, denn das Jahr 1812 war ein ausgesprochenes bäuerliches Mißjahr und so übergab er insgeheim im Jahre 1813 die Verwaltung des Hoferschen Besitzes seinem Landsmann und Mitkämpfer in den Freiheitskriegen Paul Hilber und verschwand, ohne dies anzuzeigen, aus Leonding. Ende 1814 zog sich aber auch Hilber zurück. Er heiratete in Ebelsberg eine Krämerstochter und betrieb nach dem Tod Ihres Vaters dessen Fragnerei (kleines Geschäft) im alten Mauthaus an
der Ebelsberger Brücke. Später wurde er Gastwirt, dann Bauer, um schließlich wiederum zum Gastwirtberuf zurückzukehren.
Bei seinem 1857 im Alter von 71 Jahren erfolgten Tod hatte er den nachmaligen Walchshoferschen Gasthof inne gehabt. Nachdem nun die Grundherrschaft— über einen Bauernhof durfte ja nach den damaligen Rechtsgrundsätzen nur mit deren Einwilligung verfügt werden— die Witwe Hofers umsonst aufgefordert hatte, den Besitz entweder zu verkaufen oder ihn selbst anzutreten, wurde der Hof am 
24. Mai 1815 versteigert. (Ob Hofers Witwe aus ihrer schönen Alpenheimat nicht weg wollte oder ob ihr die Grundherrschaft nicht behagte— Tirols Bauern waren ja
zum Großteil auch vor 1848 freie Bauern—entzieht sich unserer Kenntnis.) Das Gut war aber so heruntergekommen und verwahrlost, dass aus der Versteigerung nur ein Aktivrest von 2170 Gulden und 35 Kreuzern verblieb. Speckbacher und der junge Hofer hatten nicht nur Mißgeschick gehabt und schlecht gewirtschaftet,
sie waren auch— und dies ist wiederum menschlich begreiflich— allzu freigiebig gegen die häufig hinkommenden Tiroler Landsleute gewesen. 
Nach der Abreise Speckbachers aber war es mit Riesenschritten  abwärtsgegangen. Der karge, von den 27.000 Gulden, die der Kaufpreis betragen hatte, verbliebene Rest wurde 1826 nebst den inzwischen aufgelaufenen Zinsen an das Kollegialgericht zu Bozen als adelige Pupillarsubstanz (Vermögen plus Zuwachs) der Hoferschen Kinder— Andreas Hofer war schon 1809 von Kaiser Franz mit dem Prädikat „von Passeyer“ in den Adelsstand erhoben worden— überwiesen und dort hinterlegt...
Damit waren die Beziehungen zwischen der Familie des Sandwirtes und dem kleinen Oberösterreichischen Dorf Leonding zu Ende, die Fäden waren abgerissen und wurden nie mehr geknüpft. Auch sonst dürften direkte Nachkommen des Tiroler Freiheitskämpfers heute kaum mehr am Leben sein. 
Der Name Andreas Hofer allerdings wird genannt werden, so lange irgendwo in der Welt noch über den Tiroler Freiheitskrieg gesprochen wird.

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Linzer Volksblatt 7. Juni 1899
In der Krautbottich erstickt.

Aus Hinterstoder wird gemeldet: Auf eine höchst eigentümliche Art ist die im Hofbauerngut zu Hintertambergau, Gemeinde Hinterstoder bedienstete Josefa Edtbauer um das Leben gekommen. Am Donnerstag den 25.Mai nachmittags wollte dieselbe das in dem Krautbottich angesammelte Wasser abschöpfen und da die über 1 Meter hohe nur mehr etwa 35 Zentimeter mit Kraut gefüllt war, so stellte sich die Edtbauer auf einen Sessel, um leichter diese Arbeit verrichten zu können. Die Magd dürfte bei der Manipulation jedenfalls den Presshebel, der ein über das Kraut gelegtes Brett niederschwerte, in Bewegung gesetzt haben, welcher dann auf ihr Genick einen so starken Druck ausübte, dass sie mit der Halsgegend auf die Kante des Bottichrandes gepresst wurde und so hilflos ersticken musste. Der Besitzer des Gutes, Michael Pernkopf, war zur Zeit als das traurige Geschehnis sich vollzug, im Heuboden beschäftigt. Er fand die Edtbauer bereits tot und machte hievon die gerichtliche Anzeige. Die Verunglückte ist nach Klaus zuständig.

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Georg V (geb.1865, gest.1936)

Leitmeritzer Zeitung 15. Oktober 1913 
Ein königlicher Hausdiener. 
Eine kleine Anekdote aus dem Leben des kürzlich dahingegangenen berühmten Orientalisten Prof. Vambery erzählt ein englisches Blatt. 
Der Gelehrte kam zu Besuch der englischen Königin nach Sandringham und erhielt sofort Nachricht, dass Königin Alexandra ihn empfangen wolle. Vambery wollte sich erst noch die Hände waschen, ging in sein Zimmer und klingelte, aber niemand kam. Er klingelte zweimal, dreimal, viermal, endlich klopft es an die Tür und herein kommt ein halbwüchsiger Junge. „Wünschen Sie etwas, Herr Professor?" „Ja, ich klingelte nach heißem Wasser." „Einen Augenblick, ich bringe es sofort." Und ein paar Minuten später bringt der Junge einen großen Krug mit heißem Wasser und stellt ihn auf den Waschtisch. Der Gelehrte bedankt sich und alles ist in Ordnung. Nachdem Vambery sich die Hände gewaschen hat, geht er hinunter, um der Königin seine Aufwartung zu machen. Während der Unterhaltung sieht er den Jungen, der den Wasserkrug gebracht hatte, herankommen. „Ja, Herr Professor," stellt die Königin ihn vor, „das ist mein Sohn." 
— Vambery taufte ihn humorvoll den „königlichen Krugträger".
Heute heißt er Georg V. König von Großbritannien, Kaiser von Indien ....