Freitag, 14. Oktober 2022

Geschichten von bedeutenden Persönlichkeiten

Im Pilsner Tagblatt vom 20. Januar 1930, im Mährisches Tagblatt vom     6.September 1882 und im Mährisches Tagblatt vom 22. März 1882  konnte man folgende Anekdoten lesen.

Die Artikel wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

Paul Cezanne
(geb.19.1.1839, gest.22.10.1906)

Paul Cezanne als Möbelmaler
Eine hübsche Anekdote von dem weltberühmten Maler Paul Cezanne erzählt Simonne Rotel anlässlich der Pariser Cezanne-Ausstellung:
Cezanne der früher in Fontainebleau wohnte, befand sich zu dieser Zeit in großer Geldklemme. Das ging schließlich soweit, dass er sich nicht einmal mehr ein Stück Leinwand kaufen konnte. Da er aber von einem unübewindlichen Drang zum Malen ergriffen war, so bedeckte er die Samtmöbel, die den Salon seiner Wirtin zierten, mit allerlei Gestalten und Blumen. Als die alte Dame diese Untat bemerkte, geriet sie in größte Aufregung, warf ihren Mieter sofort aus der Wohnung und setzte sich mit einer Färberei in Verbindung, die den entstellten Möbeln eine neue Farbe geben musste.
Die Erben dieser entschlossenen Dame, die noch heute leben, sind untröstlich. Was für Summen würden sie heute für Möbel erhalten, die von Cezanne bemalt worden waren!

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Rouget de l'Jsle
(10. Mai 1760 - 26. Juni 1836)

Claude Joseph Rouget de l'Jsle 
Komponist der französischen Nationalhymne.
Gelegentlich der Enthüllung des zweiten Denkmals für Rouget de l'Jsle dürfte die nachfolgende Anekdote von aktuellem Interesse sein:
Im Jahre 1835 kam ein älterer Herr zu einem damals sehr bekannten Verleger in Paris und offerierte ihm eine Sammlung von 40 Nationalgesängen, deren Autor zu sein er vorgab. Der Verleger sah den Band durch und fand einen Gesang darin,  der mit den Worten begann: „Allons, enfants de la patrie“— „Ist Ihnen vielleicht bekannt," sagte er ironisch zu dem alten Manne, „dass dieser Gesang veröffentlicht worden ist, dass er „Die Marseillaise" (französische Bundeshymne) genannt wird und dass dessen Autor Rouget de l'Jsle heißt?"
„Natürlich,"sagte der alte Herr ruhig; „ich bin ja Rouget de l'Jsle."

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Elisabeth Kaiserin von Österreich

Elisabeth Kaiserin von Oesterreich
(geb.24.12.1837, gest.10.11.1898)

Der „Clairon* erzählt die folgende Anekdote mit der ausdrücklichen Versicherung, dass sie vollkommen wahr sei:
Am Tage vor ihrer Abreise von Paris machte die Kaiserin von Oesterreich einen Morgenspaziergang. Der große fünfspännige Omnibus, der die Felder hinauffährt, erregte ihre Aufmerksamkeit und sie kam auf den Einfall in den Wagen einzusteigen. Kaum hatte sie sich niedergelassen, als ihr der Kondukteur (Schaffner) das übliche Zeichen machte, die sechs Sous zu bezahlen. Die Kaiserin lässt einen Luidor (Goldmünze ca. 400 €) in seine Hand gleiten und da der Kondukteur ihr sagte, dass er kein Kleingeld habe, gibt sie ihm durch eine Gebärde zu verstehen, dass sie auch gar nichts von ihm herausgegeben haben wolle. Man kann sich das Erstaunen der übrigen Insassen des Omnibus denken. Geradezu sprachlos war aber der Kondukteur selbst; als er endlich wieder zu sich gekommen war, reichte er der Kaiserin ein kleines Ticket und sagte mit halberstickter Stimme: Nun, Madame, da werden sie doch wenigstens eine Korrespondenzkarte (Umsteigkarte) nehmen!

Freitag, 7. Oktober 2022

Anekdoten von berühmten Persönlichkeiten

Im Prager Tagblatt vom 29.11.1928 konnte man folgende Anekdoten lesen. Die Artikel wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

Sacha Guitry

Berufskollegen.
Der berühmte Schauspieler und Dichter Sacha Guitry (geb.1885. gest.1957) speiste in einem neueröffneten, sehr, sehr teuren Restaurant. Als man ihm die gesalzene Rechnung brachte, ließ er den Wirt rufen. „Das ist meine Rechnung?“ fragte er. Der Wirt bejahte. „Sie kennen mich also nicht?“ „Nein. Herr... wenn ich fragen darf. Wer sind Sie?“ »Ich bin doch ein Kollege, mein Lieber, ein Kollege.“ „Ach, wenn ich das gewusst hätte ... ich rechne Ihnen selbstverständlich 25 Prozent ab.“
Guitry zahlte und der Wirt ließ es sich nicht nehmen, ihn bis zum Ausgang zu begleiten. Beim Abschied sagte er: „Verzeihen Sie, aber darf ich Sie fragen, welches Restaurant sie haben?“ „Aber ich habe ja gar kein Restaurant“, erwiderte Guitry. „Ja-haben Sie mir denn nicht gesagt, dass Sie mein Kollege seien?“ fragte nun der Wirt mehr als erstaunt. „..Ja“, bestätigte Guitry. Dann flüsterte er dem Wirt ins Ohr: „ich bin nämlich auch ein Räuber.“.

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Leo Slezak

Leo Slezak,
der berühmte Opernsänger (geb.1873, gest.1946) dessen besondere Vorliebe für die Landwirtschaft bekannt ist, wurde Anfang September von einem unangenehmen Unglück betroffen. Infolge der andauernden Regengüsse trat der Karpfenteich seines Landsitzes aus den Ufern und die Insassen suchten in Massen das Weite. Als der Künstler händeringend dieses Unglück beklagte meinte sein Nachbar, ein Bauer, begütigend:
„Ach was ist da schon dabei dabei? Da fahrst in die Oper und machst ein paar "Schroa" (Geschrei), na dann hast das ganze „Gerschtl“ (Geld) wieder beisammen.

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Es geht nichts über die Höflichkeit.
Der steirische Landtagsabgeordnete Oberlehrer Schoiswohl war kürzlich in Wildalpe zu einer Konferenz geladen. In der Hotelhalle traf er eine Gesellschaft von Großgrundbesitzern aus der Umgebung, die er zum Teil kannte. Er begrüßte sie und den anderen stellte er sich vor. Als er zum letzten, ihm unbekannten Herrn kam, es war Prinz Karl Johann verbeugte er sich und sagte: „..Schoiswohl." „Danke schön.“ erwiderte lächelnd der Prinz.