Sonntag, 14. Juli 2019

Spurensuche - im Reich der Farben

Vernissage im Alpineum Hinterstoder am 13. Juli 2019
Malerei auf Leinwand, Skulpturen und Graphik von Kurt Aufner - Künstlername Jo Kurau




Von links: Bürgermeister Wallner, Kurt und Monika Aufner










Kurt und Monika Aufner  erhalten das goldene Ehrenzeichen der Gemeinde
Hinterstoder 




                                                               Fotos: Traude Schachner

Freitag, 12. Juli 2019

Erinnerungen an die Kindheit in den 1930er Jahren

Eine Bauerntochter aus dem Stodertal, die später ihrer Ehe wegen nach Deutschland zog, erinnerte sich gerne an die Jugendstreiche ihrer Kindheit in Hinterstoder und schrieb sie auf.

Wenn die Bruthenne Eier ausbrütete, schlüpften nicht aus allen Eiern Küken. Manche Eier waren faul und blieben übrig. Diese Eier wuschen meine Geschwister und ich und packten sie hübsch in eine kleine Schachtel ein. Dann legten wir das Packerl auf eine Bank an der Straße und warteten im nahe liegenden Gebüsch. Es war eine Freude zu beobachten, wenn nach einer Weile, irgend jemand das Paket so beiläufig mitnahm.
Wir legten auch gerne einen schönen Lederriemen mitten auf die Straße. Eine angebundene Schnur wurde mit Laub zugedeckt und führte zu uns in den Straßengraben, wo wir uns versteckten. Kam dann ein Bauer auf seinem hölzernen Leiterwagen daher, dann hielt er stets nach ein paar Meter die Pferde an und stieg umständlich herunter. Bei jedem Pferd hängte er das Zugseil ab, damit das Tier nicht anziehen konnte, während er wegging. Er band die Zügel an einen Wagensprossen fest und ging zurück um den Riemen aufzuheben. Der glitt aber dann plötzlich wie eine Schlange dicht vor seinen Händen weg und aus dem Straßengraben verschwand eine lachende Verschwörerbande. Aufpassen mussten wir nur, dass uns der Bauer nicht mit seiner Peitsche schlug, die er in der Hand hatte.
Von meinen Brüdern lernte ich wie man Frösche fängt. Auf einen Haselnussstock banden sie eine Schnur, wie bei einer Angel. Statt dem Angelhaken banden sie ein Stückchen bunten Stoff und ließen ihn vor dem Kopf der Frösche hin und her tanzen. Der Frosch sprang los und biss einen Augenblick lang auf den vermeintlichen Schmetterling ein. Genau in diesem Augenblick haben meine Brüder den Frosch vom Wasser auf die Wiese geworfen und konnten ihn dann leicht mit der Hand fangen.




Samstag, 6. Juli 2019

Abschied und Zeugnisse am Kirchenplatz in Hinterstoder am 5.7.2019

Die Schulkinder der Volksschule Hinterstoder bekamen ihre Zeugnisse nach der Schulmesse und verabschiedeten sich von Frau Dir. OSR Christiane Neulinger, die nach 42 Jahren Lehrtätigkeit in Hinterstoder in Pension ging.





Frau Dir. Neulinger mit einigen ihren ersten Schüler

                                                                    Fotos: Eva Wagner

Freitag, 5. Juli 2019

Auf welche Weise ein unschuldiges Häschen dem Jäger eine Nase drehte.

Von einem großem Glück für ein Häschen, bei einer Jagd im Jahr 1867, berichtete die "Gemeinde-Zeitung". Der Text wurde geringfügig geändert und unserer Zeit angepasst.



Vor einigen Tagen hielt der Eigentümer eines ausgedehnten Jagdgebietes ein paar Hasentriebe ab und Jäger Jörgl, der auch weiß wo man zu Schuss kommt, hatte ganz richtig kalkuliert, denn bald heulten die Hunde auf und schon von Ferne sah er das Häschen, einen Waldzaun entlang, die Richtung nach ihm zu nehmen. „Nu, der kommt mir auch einmal schön,“ dachte sich Jörgl und machte sich schussfertig.- Was ist das? Der Hase, der doch nicht mehr abweichen konnte, ward auf einmal unsichtbar. Dies dauerte aber nicht lange, denn plötzlich sieht er, etwa 100 Schritte von sich, wie der Hase bei einer Staude am Zaun pfeilgrad in die Höhe springt und zurückschnellt. Das sonderbare Hasen-Manöver wiederholte sich und Jörgl verzog seine Miene zu einem ironischen Lächeln, denn er, der alte Jäger, sah bald, dass der Hase in eine Schlinge geraten war. Nun gehörst du aber auch ganz gewiss mein,“ dachte Jörgl wieder und eilte der Staude zu, denn die Hunde liefen schon herbei um den Hasen abzunehmen? - aus der Schlinge schießen? - oder was sollte Jörgl tun und wie die Beute dann deklarieren? Im Schicksalsbuch des Hasen war es anders beschlossen, als Jörgl dachte. Kaum noch 20 Schritte entfernt machte das Häschen einen verzweifelten Sprung, die Schlinge musste der Kraft nachgeben, der Hase kam los und „das Ding“ ging schon einmal dem guten Jörgl zu unerwartet und zu schnell, er konnte keinen Schuss mehr abgeben.

Ein Specht, der von einer hohen Lärche aus den stillen Beobachter machte, beschloss das Jagdmalheur des Jäger Jörgl auszuposaunen und so hat es denn auch seinen Weg in die „Gemeinde-Zeitung“ gefunden. In einem Postskript (Nachsatz) erzählte noch der lose Specht: Als das Häslein aus dem Schussbereich war, machte es gegen Jörgl gewandt ein „Mandl“ und mit den Vorderläufen eine Bewegung, die ganz einer „langen Nase“ gleichsah.
Jörgl brütet seitdem auf Rache und will nicht eher ruhen, bis er gerade diesem Häschen ein´s auf´s Fell gepfeffert hat. Ob er es wohl wieder erkennen wird?


Gemälde von Albrecht Dürer (geb.1471 in Nürnberg, gest.1528 in Nürnberg)

Samstag, 29. Juni 2019

Ein Maibaum zu Ehren der Schuldirektorin OSR Christiane Neulinger

Die Schulkinder von Hinterstoder und ihre Eltern feierten den Abschied vom Schuldienst der langjährigen Lehrerin und Direktorin  der Volksschule Hinterstoder, Frau OSR  Christiane Neulinger. Zu ihrer bevorstehenden  Pensionierung wurde ein zu ihren Ehren gesetzter Maibaum umgeschnitten.


Dir. OSR Christiane Neulinger


















                                                                  Fotos: Traude Schachner

Freitag, 28. Juni 2019

Prominente Urlauber 1934

Der Sommerurlaub steht vor der Tür und heute fragt man sich, so wie im Jahr 1934 auch, wo und wie man den Sommerurlaub verbringen soll. Das "Neue Journal" hat damals prominente Persönlichkeiten gefragt. Manche wollten auf unsere Almen und Bergen wandern.

Neues Journal 17. Juni 1934


Professor Erich Wolfgang  Korngold

Komponist, Dirigent, Pianist (geb. 1897 in Brünn, gest. 1957 in Los Angeles)

Ich verbringe meinen Sommer mit dem Komponieren einer neuen Oper und arbeite außerdem an der Verschönerung meines kleinen oberösterreichischen Landgütls.

                                                                   Professor Erich Wolfgang Korngold

Blanka Glossy Schauspielerin, Graphikerin (geb. 1893 in Wien, gest. 1952 in Wien)

Des Sommers Hitze könnt´ mir schaden,
drum biet´ ich ihr durch Pritscheln Schach.
Doch geh´ ich nicht nach Baden - baden,
mein Schwefelziel ist Schallerbach.
Hab´ ich drei Wochen dort "verbrungen"
und die Gesundheit repariert,
wird mancher hohe Berg bezwungen
und auf die Gipfel los marschiert.
Ich möchte nämlich gern ergründen,
ob sich der Aufenthalt dort lohnt,
und ob die Alm ist frei von Sünden,
trotzdem am Berg die Freiheit wohnt.

Alexander Girardi, Blanka Glossy


Max Brod Schriftsteller, Theater- und Musikkritiker (geb. 1884 in Prag, gest. 1968 in Tel Aviv)

Mit dem heurigen Sommer ist das so eine eigene Sache - ich traf neulich einen Bekannten - natürlich frage ich ihn: "Wohin gehen Sie heuer aufs Land?". Da sagt er mir: "Na, hören Sie, ein Mensch, der das Glück hat in Wien zu leben, braucht doch keinen Landaufenthalt. Wien ist doch eine herrliche Stadt, diese fabelhafte Umgebung, diese vielen Badegelegenheiten an der Donau..." Da sage ich ihm: " Sie haben recht - ich bin auch stier."


Max Brod


Rose Albach-Retty, Schauspielerin, (geb. 1874 in Hanau, gest. 1980 in Baden) Großmutter von Romy Schneider

Wie alljährlich in St. Gilgen am Wolfgangsee.


Rose Albach-Retty


Hedwig Bleibtreu, Theater und Filmschauspielerin (geb. 1868 in Linz, gest. 1958 in Wien) 

Vorläufig Eger, Wallenstein - Festspiele, nachher noch unbestimmt.


Hedwig Bleibtreu


Else Wohlgemuth, Hofschauspielerin, Ehrenmitglied des Burgtheaters (geb. 1881 in Berlin,

 gest. 1972 in Wien)

Bei lieben Freunden im Salzkammergut.


Elsa Wohlgemuth

Hermann Wiedemann, Opernsänger, Kammersänger (geb. 1879 in München, gest. 1944 in Berlin)

Ich verbringe einen Teil meiner Ferien, wie immer, im Gebirge. in diesem Sommer werde ich vorerst eine Wanderung durch das Gesäuse machen. Natürlich nicht auf der Straße, mich zieht es auf die Höhen und so werde ich mir die Jöcher und Hütten näher ansehen und im Vorbeigehen auch einen oder mehrere Gipfel mitnehmen. Wenn die Zeit und das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, dann geht es noch über die Prielgruppe nach Hinterstoder. Mitte Juli muss ich noch nach Zoppot, wo ich in den Waldfestspielen dreimal den Beckmesser singe. Dann dürfte im August wohl Salzburg drankommen - mit all den lieben und schönen Erlebnissen, die diese wundervolle Stadt und ihre herrliche Umgebung bieten. Der September zwingt uns ja dann immer  erholt zu sein, um mit neuen Kräften eine anstrengende Saison gerüstet antreten zu können.

Hermann Wiedemann


Leo Slesak, Opernsänger und Schauspieler (geb. 1873 in Mährisch-Schönberg, gest. 1946 in Rottach - Egern)

Meinen Sommer verbringe ich in den Filmateliers, wo ich eine singuläre Erscheinung im Darstellen von alten Idioten sein werde. Im Spätherbst mache ich eine große Reise mit dem Auto und erhole mich.

Leo Slesak


Hans (John) Wengraf

Theater und Filmschauspieler (geb. 1897 in Wien, gest. 1974 in Santa Barbara, Kalifornien)

Immer so gegen Weihnachten fange ich an Sommerpläne zu machen. Ich nehme dann Prospekte und Landkarten zur Hand und dann fange ich an zu schwanken; ich schwanke zwischen einer Nordlandreise und einer wundervollen Fahrt zu den Kanarischen Inseln, zwischen den italienischen Seen und einer Donaufahrt an das Schwarze Meer, zwischen Tirol und Kärnten. Dieser schwankende Zustand dauert bei mir bis ins späte Frühjahr hinein. Wenn ich aber meine Urlaubsbezüge am ersten Urlaubstag „überprüfe“ - dann allerdings bekommt mein Reiseprogramm ein anderes Gesicht! Heute schwanke ich zum Beispiel nur mehr zwischen Gastein und dem Wörthersee, wobei ich in Anbetracht der zu erwartenden Schneiderrechnungen schon stark erwäge, einen Teil meines Urlaubs zu einer Gastspielreise zu verwenden. Nach diesen Andeutungen wird sich nun niemand mehr wundern, wenn er mich während der Urlaubszeit etwa in der Nähe von Purkersdorf oder Greifenstein antrifft, denn – wie gesagt – : ich schwanke noch immer.


Ida Koor -  Hans Wengraf