Freitag, 25. August 2017

Albert Messany und Lieselott Schwarz-Messany schrieben Bücher im Stodertal

Albert Messany war Schriftsteller, Forscher und Großwildjäger. Er besaß schon in den Kriegsjahren des 2.Weltkriegs ein Jagdhaus in Hinterstoder. Hier schrieb er Bücher über die Jagd in Österreich und in entlegenen Teilen der USA und Kanada.
Durch seine guten Kontakte zum Filmhersteller AGFA in Leverkusen bekam er, als die ersten Farbfilme zu Beginn des 2. Weltkriegs  auf den Markt kamen, die ersten Filme zur Probe und für Tests. Er filmte damit  auf 16mm Film die ersten Farbfilme auf seinen Reisen und im Stodertal.

Seine Tochter Lieselott erbte das schriftstellerische Talent ihres Vaters und schuf ebenfalls einfühlsame, erfolgreiche Erzählungen und Romane, in denen man auch immer wieder ihre Liebe zum Stodertal spüren kann.




Albert Messany war aber nicht nur Autor von interessanten und spannenden Büchern, er war auch Restitutor (Wiederhersteller) des alten St. Hubertus-Ordens. Am 10. Mai 1950 restituierte er mit Zustimmung der Österreichischen Bundesregierung die Konvention als
Internationaler St. Hubertus-Orden.

Aus Wikipedia - St. Hubertus-Orden

St.Hubertus-Orden

Samstag, 19. August 2017

Konzert des Richard Österreicher Trios im Prielergut.

Richard Österreicher, Sohn eines Musiklehrers, geboren 1932, studierte am Konservatorium der Stadt Wien Gitarre und Klavier.
1958 gründete er eine eigene Combo, mit der er als Gitarrist bis 1967 auftrat. Danach wurde er Mitglied des ORF-Unterhaltungsorchesters und ab 1972 der ORF-Big-Band, deren Leitung er 1976 übernahm. Er wurde auch musikalischer Leiter diverser Fernseh-Shows wie "Die große Chance“ und komponierte diverse Signations für Sendungen wie "Champion“, "Countdown“, "Wer A sagt“ oder "O du mein Österreich“.
Beim Eurovisions Song Contest dirigierte Oesterreicher in den Jahren 1978 bis 1991 zahlreiche österreichische Beiträge mit Musikern wie Gary Lux, Christina Simon, Thomas Forstner oder Timna Brauer. 1981 gründete er seine eigene Big Band, die einen hervorragenden Ruf hatte und mit Künstlern wie Udo Jürgens, Peter Alexander, Bill Ramsey, Caterina Valente, aber auch Edita Gruberova und Jose Carreras zusammenarbeitete. 1985 leitete Oesterreicher im wiedereröffneten Raimundtheater in Wien die Eröffnungspremiere "Viktoria und ihr Husar“ von Paul Abraham.
Richard Österreicher ist eine lebende Legende der heimischen Jazzszene und führt mit seiner Band auf eine beschwingte, musikalische Reise durch das “Great American Songbook” mit seinem Repertoire der großen Jazzvokalisten und ausgesuchten Broadway Melodien.
Am 18. August begeisterte das Richard Österreicher Trio mit Richard Österreicher Mundharmonika, Sebastian Küberl Bass und Thomas Kramer Gitarre die Gäste im KUNST–SchAU–STALL Prielergut. Monika Aufner las berührende Texte von Hildegard Knef.











Freitag, 11. August 2017

Aus den alten Gästebuchern vom "Gasthaus zur Post" in Hinterstoder

Die ersten Besitzer vom Gasthof zur Post in Hinterstoder waren Karl und Josefa  Buchschachermayr. Am 1. August 1904 legten sie für ihre Gäste ein Gästebuch auf.
Jahrzehnte waren die beiden alten Gästebücher verschollen, bis sie durch Zufall im Mühlviertel entdeckt wurden und wieder in den Gasthof zur Post nach Hinterstoder zurückgebracht wurden.
Früher hinterließen die Gäste Gedichte und Zeichnungen vor allem aber klebten sie Marken ihrer Vereine und diverser Organisationen zur Erinnerung in die Bücher. Das eröffnet einen Blick in längst vergangene Zeiten.


Tarife der Bergführer und Träger







Der Gemeindearzt von 1942 bis 1945, im 2. Weltkrieg, war Dr. Iwasiuk,
 ein begnadeter Maler und ein Stammgast im "Gasthof zur Post"
Er portraitierte damals die heutige Seniorwirtin Sieglinde.
Das Bild ist aber nicht im Gästebuch

Freitag, 4. August 2017

Kindheitserinnerungen eines Bauernmädchens von den 1930er Jahren.

"Wenn wir Kinder krank waren hatte meine Mutter für alle Wehwehchen ein Heilmittel parat. Sie sagte immer: "Wenn es für das Vieh gut ist, dann ist es auch für die Menschen gut."
Bei Fieber bekamen wir einen Kranz aus Krenscheiben um die Gelenke gewickelt. Die Krenscheiben wurden ganz trocken und zogen das Fieber heraus. Auf den Bauch legte sie  uns Leinsamen und feuchte Lehmbeutel. Zum Trinken bekamen wir Hollundersaft und Lindenblütentee. Wir waren nicht traurig wenn wir krank waren, denn dann gab es immer besonders gute Sachen zum Essen. Eingeweichte Semmel in Milch war meine Leibspeise. Wenn wir uns in den Finger schnitten, war das weniger angenehm. Da wurden wir mit Jod eingepinselt, das wie Feuer brannte.
Ein verstauchter Knöchel wurde mit essigsaurer Tonerde umwickelt. Mutter hatte aber auch immer jede Menge Heilkräuter auf Lager. Z.B. Rosmarin, Sauerampfer, Beifuß und Tausendguldenkraut für die Magenbeschwerden von Vater. Rhabarber als Abführmittel und Bohnenkraut bewirkte das Gegenteil. Brennesseltee war zum Blut reinigen und Harn treibend. Eibisch, Habichtskraut, Spitzwegerich waren bewährte Hustenmittel. Schafgarbe und Huflattich wirkten bei Erkältungen und Kamille bei allen Entzündungen. Bei Magenbeschwerden half auch Kalmuswurzel. Baldrian und Pfefferminztee bekam ich bei Herzklopfen und Angstzuständen.
Beim Zähneziehen hatte Vater eine eigene Methode. Er band den schmerzenden Zahn  an einen starken Zwirn und das andere Ende an die Türschnalle der offenen Tür. Dann schlug er mit Schwung die Tür zu und der Zahn war herausgerissen.  
Wenn bei uns einer Masern oder Mumps hatte, dann hatten es immer gleich alle vier Kinder. Meine zwei Brüder, meine Schwester und ich. Einmal hatten wir alle Scharlach und lagen gemeinsam so lange in einer Kammer bis wir wieder gesund waren. Mutter hatte auch einige Medizinbücher, die sie bei unserer Behandlung zu Rate zog.
Es war schon schlimm wenn jemand bei uns krank war, aber fast noch schlimmer war es wenn eine Kuh oder ein Schwein krank war.
Wenn eine Kuh kalben sollte schaute Vater immer vor dem Schlafengehen in den Stall ob auch alles in Ordnung war. Wenn ein Kälbchen geboren wurde durften wir Kinder nicht zusehen. Trotzdem konnten die Erwachsenen das nicht verhindern. Wir knieten uns vor die Öffnung, bei der die Hühner aus dem Stall ein und aus gingen nieder und spähten durch das Loch in den Stall. Dort konnten wir sehen wie das Kälbchen aus der Mutterkuh herausgezogen wurde. An den Beinen wurden Stricke festgebunden und dann wurde mit vereinten Kräften gezogen. Wenn es dann da war, ganz nass, wurde es sofort mit Stroh abgerieben damit es nicht fror. Es hat auch gleich verstanden wo man bei der Mutterkuh die Milch saugen konnte um den Hunger zu stillen".