Freitag, 11. August 2023

Was früher die Stodertaler bewegte.

In der  Neuen Zeit, in der (Linzer) Tages-Post und im Grazer Tagblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst. 

Hinterstoder

Vorderstoder

 
Neue Zeit 17. Februar 1950
Sänger gegen Bauer.
Eine Verhandlung in Wien gegen den wegen Körperbeschädigung angeklagten Opernsänger Otto Braun‚ einen fast zwei Meter großen, breitschultrigen Mann endete gestern mit dem Freispruch des Beschuldigten. Als Braun mit seinem Wagen auf einer sehr schmalen Straße nach Hinterstoder fuhr, begegnete er dem Fuhrwerk des Bauern Pernkopf, der in seinem Heimatdorf als streitsüchtig gilt.

Obwohl Braun mit seinem Wagen stehenblieb‚ um den Bauern vorbeifahren zu lassen‚ wurde er von Pernkopf beschimpft. Braun stieg nun aus seinem Wagen und schüttelte Pernkopf am Rockkragen. Einen Tag später suchte der Bauer einen Arzt auf und behauptete dass ihm vom Sänger eine Rippe gebrochen worden sei. Es gelang jedoch durch ein Gutachten dem Bauer nachzuweisen‚ dass es sich um einen alten, nicht ausgeheilten Rippenbruch handelt.

(Linzer) Tages-Post 25. Januar 1906
Konzessions-Erteilung.
Dem Realitäten-Besitzer Georg Julius Schachinger
in Hinterstoder wurde die Konzession für eine elektrisch zu betreibende
Kleinbahn von der Station Dirnbach- S t o d e r der Pyhrnbahn nach Hinterstoder im Sinne der bestehenden Normen auf die Dauer eines Jahres verliehen.

(Linzer) Tages-Post 27. November 1890

Unser Gemeindearzt.
Jeder Freund Windischgarstens muß peinlich berührt werden, wenn er erfährt, dass der dortige, einzige und langjährige Arzt Herr Dr. Oskar Lerperger sich veranlasst sieht, Windischgarsten zu verlassen und sich in einem Ort des Kronlandes Salzburg niederzulassen entschlossen ist.
Wer mit den Verhältnissen Windischgarstens und dessen Umgebung vertraut ist, muss wohl wissen, welch beschwerliches, mühevolles und zugleich wenig einträgliches Terrain diese Gegend für den ärztlichen Beruf ist. Trotz seiner dornenvollen Lebensaufgabe hat Herr Dr. Lerperger während seines fast 15jährigen Hierseins sein schweres Amt mit unvergleichlicher Gewissenhaftigkeit versehen. Der ganze Gerichtsbezirk Windischgarsten von der Grenze Steiermarks bis zur Steyr und über diese hinaus, samt Vorder- und Hinterstoder hatte lange Jahre in Dr. Lerperger seinen einzigen Arzt und trotz dieses weiten Umkreises war Lerperger für jeden Kranken zu haben, der ihn an sein Lager rief. So gab es wohl der Nächte genug, in denen der pflichttreue Arzt in die weit entlegendsten Gebirgsbauern-Herbergen pilgerte, wenn auch der Erkrankte der Ärmsten einer war und nicht selten konnte er erst nach Wochen wieder daran denken, dass er nicht nur Arzt, sondern auch Familienvater ist um sich den seinen einige Stunden zu widmen.
Nun bei solchen Mühseligkeiten und Entbehrungen hat auch die ärztliche Praxis hier ihren Mann ernährt, aber das „Wie" kann sich jeder Unbefangene selbst ausmalen. Man darf überdies nicht vergessen, dass der erkrankte Bauer gleich nach seiner Genesung nicht immer in der Lage war den Arzt zu honorieren, dass er oft mit dem besten Willen nicht kann und so oft jahrelang die Krankenkosten schuldet, überdies wird ja kein Kreuzer unlieber gezahlt als für den Arzt und die Medizin. Nun sind auch die ärztlichen Chirurgate in Spital am Pyhrn und Stoder wieder besetzt und es ist nun natürlich, dass diese Besetzungen mit Ärzten einen bedeutenden Entgang am sauer erworbenen Budget des Doktors in Windischgarsten bedeuten und die Rentabilität der ärztlichen Praxis für Windischgarsten und nächste Umgebung allein eine sehr geringe ist.

So hat sich Herr Dr. Lerperger gezwungen gesehen die Gemeindevertretung von Windischgarsten um eine Subvention als Gemeindearzt zu bitten, ohne die ja heute fast kein graduierter Arzt mehr sich in kleinen Orten niederlässt und welche in anderen Kronländern, besonders in Tirol und Vorarlberg, in ausgiebiger Weise zuerkannt werden. Leider hat sich die hiesige Gemeindevertretung nicht bestimmt gefunden, eine auch nur bescheidene Subvention zu gewähren und so kommt es, dass Herr Dr. Lerperger einen anderen Ort, der ihm ein besseres Einkommen garantiert, zu wählen sich entschlossen hat. Doch nein, noch ist es unglaublich, dass Windischgarsten seinen einzigen, so tüchtigen und hochverdienten Doktor ziehen lässt, dem es zu vielem Dank verpflichtet ist; denken wir nur an die letzte Influenza-Epidemie, wo der selbst an schwerer Lungenentzündung erkrankte Arzt sogar die zu seinem Krankenbett geeilten Patienten nicht ziehen ließ, ohne ihnen den erbetenen ärztlichen Rat erteilt zu haben. Wir hoffen sicher, Windischgarsten wird noch in letzter Stunde alles aufbieten und selbst ein Opfer nicht scheuen, um seinen erfahrenen Arzt, zu dem sich jeder Ort nur gratulieren kann, nicht zu verlieren.

Grazer Tagblatt 10. Februar 1929
Wir werden älter.
Wir leben länger! Wir werden älter! Unsere durchschnittliche Lebensdauer hat sich in den letzten 50 Jahren um 20 Jahre verbessert. Der Beweis? Werfen wir einen Blick in die Statistik.
Von 1871 bis 1880 war das Durchschnittsalter der Männer 35,6 Jahre, das der Frauen 38,5 Jahre.
Von 1901 bis 1910 wurden die Männer durchschnittlich 44,8 und die Frauen 48 Jahre alt.
Von 1924 bis 1926 bringen es die Männer auf durchschnittlich 56, die Frauen auf 58,8 Jahre.
Wer einmal aus den Kinderkrankheiten heraus ist, wer zum Beispiel das 20. Lebensjahr erreicht hat, dem geht es noch besser. Von 1871 bis 1880 wurden die 20jährigen Männer durchschnittlich 58 Jahre alt. In den Jahren 1910 bis 1921 brachten sie es bereits auf 63 Jahre. Die Frauen sind beim alt werden den Männern immer um 2 bis 4 Jahre voraus. Diese Zahlen beweisen, dass die Lebenshaltung sich erheblich gebessert hat.

Lebenserwartung 2020 lt. Statistischem Bundesamt Deutschland:
Männer 78,5 Jahre. Frauen 83.4 Jahre.

Freitag, 4. August 2023

In 100 Jahren hat sich manches geändert, manches nicht.

Im Tagblatt und in der (Linzer) Tages-Post konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst. 


Tagblatt 26. November 1919
Zu der Postmisere. Aus Vorderstoder schreibt man uns :
Man will uns ganz von der Welt abschneiden. Haben wir schon die Fußbotenverbindung zur Station Pießling verloren, so will man uns jetzt auch die Fahrpost nach Windischgarsten nehmen. Interessant ist der Gedankengang der hohen Herren bei der Linzer Postdirektion: Für die Fahrpost von Windischgarsten nach Vorderstoder werden für Wagen und Fuhrmann täglich 20 Kronen 
(1 Krone = 2€) gezahlt. Dass dies eine lächerliche Bezahlung ist, ist für jeden Menschen einleuchtend, sogar um 20 K Reisediäten ging keiner dieser Herren herein, aber für eine Volksnotwendigkeit will man nicht mehr hergeben. 

Dem Fußboten, der nun von Hinterstoder nach Vorderstoder gehen soll, aber erst dann, nachdem er in Hinterstoder seinen Rayon abgegangen hat, will man für diesen Weg, der im Sommer hin und zurück drei Stunden, im Winter bei knietiefem Schnee vier und mehr Stunden dauert, sage und schreibe 5 K bezahlen. Dabei hat er die Postbeutel und alle Sachen bis fünf Kilogramm zu tragen. Ein Paar Schuhe kosten derzeit 200 K und dürften, nachdem der Preis der Häute ab Fleischhauer auf 15 K per Kilogramm erhöht wurde (bisher 2 K 30 bis 8 K), auf 800 und vielleicht mehr kommen. Wenn der Bote ein halbes Jahr täglich damit geht, so sind sie hin und er hat 900 K nicht ganz verdient. Zum Glück ist der Bote bei diesem Verdienst herrlich „verhungert".
Solche Ansichten werden von staatlichen Ämtern im zweiten Jahr der Republik vertreten! Will man wirklich das Volk zum Äußersten reizen. 

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Oberjäger Prause

(Linzer) Tages-Post 25. Oktober 1876
Eine Prielpartie mit Hindernissen.
Für gewöhnlich nimmt man den September als geeignetsten Monat für größere Bergpartien. Wir beabsichtigten daher unsere längst projektierte Partie auf den großen Priel und das Tote Gebirge zum Grundlsee im Laufe desselben auszuführen. Doch von Woche zu Woche mussten wir dieselbe in Folge des konstant schlechten Wetters verschieben. Dem Barometer wurde eine Aufmerksamkeit erwiesen wie nie zuvor, doch mit einer wahrhaft klassischen Ruhe verharrte dasselbe in seiner gesunkenen Stellung. Wir aber hatten es uns in den Kopf gesetzt heuer noch den Priel zu besteigen und sollte es November werden. Unsere Ausdauer wurde denn auch belohnt,denn gleich Ende September begann eine Serie von so wunderbar schönen und reinen Tagen, wie wir sie heuer noch nicht hatten. Wir beeilten uns demnach unsere Ruckssäcke zu schnüren und uns auf die Beine zu machen.
Am 2. Oktober, abends 10 Uhr in Hinterstoder angekommen, wollten wir anfangs die prachtvolle Mondnacht benützen und nach kurzem Aufenthalt aufsteigen, um bei Tagesanbruch oben zu sein. Wir änderten jedoch später unseren Plan und brachen erst morgens auf. Der erste Gedanke ist fast immer der beste, wir hätten uns viel Ärger erspart, wenn wir dabei geblieben wären. Da wir alle drei geübte Bergsteiger sind, wären wir um 10, längstens 11 Uhr oben gewesen und somit da es zu dieser Jahreszeit um Mittag am wärmsten ist, gerade zur günstigsten Zeit. Doch es sollte anders kommen.
Schon beim Weggehen erzählte uns der Führer, dass heute der Herr Prinz von Württemberg mit mehreren seiner Gäste am Priel eine Gemsjagd abhalten werde, dass der erste Trieb um den Brotfall herum stattfinde und dass, wenn wir jetzt aufstiegen, wir wohl die Jagd beeinträchtigen könnten. Wenn wir jedoch eine oder höchstens anderthalb Stunden warten möchten, so wäre der erste Trieb vorüber und wir könnten der Jagd nicht mehr schaden. Da wir durchaus keine böswilligen Menschen sind und niemanden, ob hoch oder nieder, eine Freude verderben wollen, da wir auch einsahen, dass unser Führer Ursache haben möge, sich mit den Jägern nicht zu verfeinden, beschlossen wir aus freiem Antrieb in der Salmer Alm, wo wir ungefähr um 6 Uhr anlangten, Station zu machen um den ersten Trieb abzuwarten. Da diese Jagden, wie uns der Führer sagte, immer zeitlich Früh abgehalten werden, vermuteten wir die Jagdgesellschaft längst oben; machten es uns daher in der erwähnten Alm so bequem als möglich und ließen uns die aus Erbswurst bereitete Suppe trefflich schmecken. Doch diesmal schienen sich die Herrschaften etwas verschlafen zu haben, denn wir waren schon längere Zeit daselbst, als wir die selben erst heraufkommen sahen.
Der Oberjäger Prause, wie er uns genannt wurde, ging ohne uns zu grüßen, direkt auf uns zu und schnauzte unsern Führer an: „Was machen Sie da? Kommen Sie herunter oder gehen Sie hinauf?“ Auf die Antwort, dass wir erst hinaufgingen und ohnedies schon längere Zeit hier warten, um die Jagd nicht zu schädigen, replizierte Herr Prause mit Entfaltung von möglichst noch mehr Grobheit in Ton und Gebärden: „Das geht nicht, sie dürfen nicht hinauf." Sprachs und zog, natürlich wieder ohne zu grüßen, mit der übrigen Gesellschaft weiter. Dass wir über diese Szene, die sich unendlich rasch abwickelte, ganz paff waren, wird jeder Mensch begreifen. Ich ließ mich erst durch meinen Kalender überzeugen, dass ich mich bezüglich des Jahrhunderts in dem wir leben, nicht täusche, betrachtete dann die Umgebung, ob keine Ritterburgen mit gähnenden Burgverliesen bereit sind uns aufzunehmen oder andere Merkmale des Mittelalters zu sehen wären.— Doch alles stimmte, es war keine Täuschung, wir lebten wirklich im Jahre 1876. Ein Irrtum unsererseits war nur der, zu glauben, dass man das Besteigen der Berge niemanden verwehren könne und dass, wenn man von jemanden eine Gefälligkeit erwartet, man demselben höflich entgegenkommen müsse. Diesen Irrtum muss man aber wohl unserem beschränkten bürgerlichen Fassungsvermögen zu Gute halten. Nach der eben erhaltenen Probe von Rücksichtslosigkeit hielten uns auch wir nicht mehr länger gebunden und beschlossen, eventuell ohne Führer unseren Weg fortzusetzen. Wir waren aber kaum eine halbe Stunde gegangen, da trafen wir schon auf einen Jäger, der uns bedeutete, er habe strengen Auftrag uns nicht weiter zu lassen. Ob sein Auftrag auch dahin lautete, uns nötigenfalls niederzuschießen, wollten wir nicht erst erproben. Uns war klar, dass hier Gewalt vor Recht gehe und dass wir nur riskierten, auch noch geprügelt zu werden, wenn wir uns nicht gutwillig fügten.

Und so wurde es glücklich 2 Uhr bis wir unbeanstandet den Aufstieg fortsetzen konnten. Wir müssen natürlich annehmen, dass den hohen Herrschaften dieses, jedem Rechtsgefühl und der gewöhnlichsten Lebensart Hohn sprechende Benehmen ihres Jägers, ganz entgangen sei. Ja wir glauben sogar überzeugt sein zu dürfen, dass dieselben, die doch das ganze Jahr ihrem Vergnügen nachzugehen in der angenehmen Lage sind, einer bescheidenen Touristengesellschaft, die sich das Vergnügen einer solchen Partie vielleicht einmal des Jahres erlauben kann und aus weiter Ferne deshalb herkommt, dieses Vergnügen selbst auf Kosten einer minder guten Jagd nicht missgönnen würden. Wir fühlten uns hauptsächlich deshalb veranlasst, diese Zeilen niederzuschreiben, weil vielleicht außer uns noch manch andere Touristen die irrtümliche Ansicht hegen, dass das Besteigen der Berge jederzeit zu den erlaubten Handlungen gehöre. Es ist uns zwar kein diesbezüglicher Gesetzesparagraph bekannt, doch hat vielleicht das Jagdgesetz einen geheimen Nachtrag über die „Schonzeit der Berge". Wir möchten dringend ersuchen, falls ein solcher existiert, denselben zu veröffentlichen. Unter solchen Umständen würde es sich auch sehr empfehlen, den verschiedenen Touristen - und Alpenvereinen das Errichten von Schutzhütten und das Verbessern der Wege zu untersagen, sowie die konzessionierten Führer abzuschaffen, um nicht noch mehr Fremde nach Österreich zu locken. Die Schweiz hat ohnedies Berge genug zum Besteigen und die Leute dort sind sogar so einfältig, die Fremden höflich zu behandeln.
Wie wir nachträglich erfuhren, war dieser Tag den Gemsen günstiger als den Schützen, da von den vielen Gemsen, die wir hätten verscheuchen können, trotz der vielen Schüsse, die wir hörten, keiner ein Haar gekrümmt wurde. Auch erfuhren wir, dass wir nicht die einzigen Internierten an diesem Tage waren. Denn den Schafen des Besitzers der Salmeralm wurde auch an diesem Tage das Botanisieren verboten. Doch scheint diese Maßregel, da bekanntlich Gemsen und Schafe ganz kollegial verkehren, mehr im Interesse der Letzteren, vielleicht aus Misstrauen gegen einen oder den anderen Schützen verfügt worden zu sein. Um nun wieder auf unsere Partie zu kommen, fügen wir nur noch bei, dass wir ungefähr um 5 Uhr auf der Spitze ankamen. Die Fernsicht war noch immer hübsch, doch die schönsten Stunden waren verloren. Nach Sonnenuntergang stiegen wir bei Mondbeleuchtung wieder ab. Da uns der Führer von der Partie über das Tote Gebirge abriet, änderten wir unseren Plan und gingen anderen Tags über den Salzsteig zum Grundlsee, wo wir abends um 8 Uhr ankamen. Der Tag war möglichst noch schöner, als die früheren und da wir keiner Jagdgesellschaft begegneten, erreichten wir unser Ziel ganz unbehelligt. Diese Tour ist jedem anzuempfehlen, der einen zweistündigen beschwerlichen Aufstieg und eine zehnstündige Wanderung nicht scheut.
Seit dieser Partie habe ich auch von dem Nutzen der Wallfahrten eine viel bessere Meinung als früher. Ich bemerkte nämlich an den gefährlichsten Punkten beim Aufstieg am Salzsteig neu angebrachte Verbesserungen, wie in den Felsen gehauene Stufen, eiserne Handhaben etc. Natürlich glaubte ich darin das Werk einer touristischen Gesellschaft zu finden, doch machten mich bald verschiedene Zeichen und unorthographische Heiligennamen in meiner Vermutung irre. Auf mein Befragen erfuhr ich denn auch vom Führer, dass diese Verbesserungen von einem gottesfürchtigen Mann aus der Landeshauptstadt herrühren. Es existiert nämlich jenseits der Berge ein Wallfahrtsort (Maria Kumitz) wohin die Leute aus Hinterstoder gern pilgerten. Da aber der betreffende Heilige, welchen man dort verehrt, nicht die Eigenschaft hat, den Schwindel zu verscheuchen, traute sich niemand mehr hinzugehen, bis der erwähnte Wohltäter den Weg verbessern ließ.
Wir benützten nun dir herrliche Mondnacht zu einer Fahrt über den Grundlsee, gingen dann nach Aussee. Nächsten Tages nach Altaussee, wo wir uns vom Anblick des Dachsteins kaum trennen konnten und dann weiter über Steinach, Selzthal und Admont durch das Gesäuse nach Hause. Den Ärger, den uns die unterbrochene Privatpartie verursachte, hatten wir bald überwunden und heute haben wir nur mehr die angenehmsten Erinnerungen an diese herrlichen Tage.

Nur wenn ich zufällig irgendwo lese oder sagen höre: Auf den Bergen wohnt die Freiheit,— denke ich mir meinen Teil.

Freitag, 28. Juli 2023

Geschichten aus dem Stodertal in alten Zeitungen


Linzer Tages-Post 2. Juni 1895
Eine unreelle Postexpeditorin.
Heute fand die Verhandlung des Schwurgerichtshofes gegen Cäcilie Satzinger, Expeditorin m Vorderstoder statt, welche des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt angeklagt war. Die „Tages-Post" hat seinerzeit über den Fall berichtet. Am 7. März d.J. wurde von der Postdirektionskasse ein Geldbrief mit 80 Staatsnoten zu 5 fl (Gulden) an das Postamt Hinterstoder abgesandt. Der Geldbrief langte an 8. März in Windischgarsten ein und wurde dortselbst sofort zur Weitersendung geschickt. Der Geldbrief langte an seinen Bestimmungsort „Hinterstoder" nicht ein. Das Postamt hier fragte telegraphisch deswegen in Windischgarsten und bei den Zwischenpostämtern in Roßleiten und Vorderstoder an. Da der Brief verschwunden blieb, wurde die Postdirektion in Linz verständigt, welche durch den Postoberkommissär Freiherrn v. Aichelburg die Erhebungen vornahm, der zur Entdeckung des Täters und zur Anzeige desselben führten.

Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich sofort auf die in Vorderstoder seit 24. August 1894 in Verwendung stehende, 22 Jahre alte Post- und Telegraphen- Expeditorin Cäcilie Satziger aus Reichenau. Die Satzinger stand überhaupt schon im Geruch der Unrealität, denn an mehreren Orten, wo sie bei der Post bedienstet war, kamen Anstände vor. Sie befand sich übrigens in Disziplinar-Untersuchung. Bei ihrer Einvernehmung widersprach sie sich. In einem pot de chambie (Nachttopf) der Satzinger fand man eine zerrissene Fünfguldennote. Am 22. März gab sie an, dass am 8. März der abgängige Geldbrief in ihre Hände gelangt sei, aber auf eine unglaubliche Weise; sie wollte nämlich glauben machen, dass sie zufällig den Brief fand als durch ein brennendes Zündhölzchen unter ihrem Tisch im Postamt ein Papier zu brennen anfing, das sie aufhob und erkannte, dass es ein Teil der Fahrpost — ein Geldbrief— für Hinterstoder war. Vor Schrecken, weil der Brief angebrannt war, habe sie ihn samt dem Geld in Verwahrung genommen und die Begleitpapiere verbrannt. Bei einer behördlichen Durchsuchung der Wohnung der Satzinger wurden am Fußboden zwischen einem Kasten und der Mauer 340 fl. in Fünfer- Banknoten zusammengerollt gefunden. Die Satzinger blieb wahrend der Verhandlungen bei ihren lächerlichen Entschuldigungen der Tat welche nur Heiterkeit erregten. Es ist ihr die Haltlosigkeit ihrer Angabe im Gerichtssaal vor ihren Augen nachgewiesen worden. 
Die Schuldfrage des Verbrechens des Missbrauchs der Amtsgewalt wurde mit 9 „Ja" und 3 „Nein" Stimmen von den Geschworenen beantwortet und die Satzinger zu acht Monaten schweren Kerker verurteilt. Der Restbetrag des Schadens wurde ersetzt. Vorsitzender des Gerichtshofes war Landesgerichtsrat Löhnert, Verteidiger Dr. Angelo Crippa aus Linz.

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Salzburger Volksblatt: unabh. Tageszeitung f. Stadt u. Land Salzburg
24. Juli 1925
Steyr, 23. Juli.1925. Georg G a l l, Briefträger von Hinterstoder, war vor dem Einzelrichter OLGR. Dr. Hagen wegen Verbrechens des Missbrauches der Amtsgewalt und Veruntreuung angeklagt. Als Briefträger hatte er die Briefe unterschlagen, die die Eltern seiner Geliebten an diese schrieben. Er tat es, damit das Mädchen nicht den Unwillen der Eltern über das Verhältnis erfahren würde. Ferner hielt er Geldbeträge, die ihm von Parteien zur Aufgabe auf der Post übergeben worden waren, zurück. Gall war im wesentlichen geständig, leugnete aber die Schädigungsabsicht. Er erhielt drei Monate schweren, verschärften Kerker

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Slatin Pascha (geb.1857, gest.1932)
 Österreichischer, ägyptischer und britischer Offizier,
Forschungsreisender, ägyptischer Gouverneur 
                                                    
Linzer Volksblatt 4. Dezember 1920
Unser Landsmann, der in der Schweiz im Interesse der Comptonbilder weilende Herr J. Schachinger aus Hinterstoder, schreibt uns: “Ich teile ihnen mit, dass ich gestern in Terriset (Castel Rivaz) die persönliche Bekanntschaft des ehemaligen Generalgouverneurs des Sudan, Exzellenz Rudolf Freiherrn von Slatin Pascha, des bekannten Verfassers des in alle Sprachen übersetzten Buches „Feuer und Schwert im Sudan“, der 12 Jahre bei Mahdi Kalifen Abdullahi in Ketten schmachtete, gemacht habe.
Es wurden bei diesem Zusammensein zahlreiche Erinnerungen aufgefrischt. So auch meine Erlebnisse auf der Nilreise im Jahre 1896, die ich infolge des Mahdistenaufstandes abbrechen musste.
Die Comptonausstellung wurde auch in Montreux so wie überall von Engländern und Amerikanern viel bewundert.

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Otto Skorzeny (geb.1908, gest.1975)

Salzburger Volkszeitung 2. August 1948.
Zur Flucht des «Mussolini-Befreiers" Linz (APA).

Die österreichischen Sicherheitsbehörden wurden im Zusammenhang mit der Flucht des ehemaligen SS-Sturmbannführers Skorzeny aus dem Internierungslager Darmstadt bisher weder von alliierter Seite noch durch die deutsche Polizei ersucht, nach  dem Entsprungenen zu fahnden, bzw. seine in Oberösterreich lebenden Angehörigen zu überwachen. Die Gattin des Geflüchteten kehrte mit ihrer achtjährigen Tochter von einem Erholungsaufenthalt in Hinterstoder zu Verwandten nach Linz zurück. Von der Flucht ihres Gatten will Frau Skorzeny erst aus den Zeitungen erfahren haben.

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General Mark Wayne Clark (geb.1896, gest.1984)

Neues Österreich 15. Juni 1947

Auszug aus "Neues Österreich" woraus man ersehen kann wie gerne der höchstkommandierende General der USA in Hinterstoder war.
 
General Clark sei nicht nach Wien geflogen, um den Bundeskanzler für die
Ablehnung des Staatsvertrages zu gewinnen, sondern er sei ohne Aufenthalt in Wien nach Hinterstoder zur Jagd gereist.

Freitag, 21. Juli 2023

Geschichten von anno dazumal.

Im Gmundner Wochenblatt, in der Salzkammergut-Zeitung und im Kleinen Volksblatt konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst. 


Gmundner Wochenblatt 24. Juli 1906
Einsturz bei einem Villenbau. Aus Hinterstoder wird gemeldet: Am 17. Juli 1906 mittags stürzte ein Teil des noch im Bau stehenden Landhauses (Villa) des Herrn Hugo Bachmann (Prieler-Villa, jetzt im Besitz von Eulenburg) in Hinterstoder ein. Es ist nur dem Umstand zu danken, dass sämtliche Arbeiter um 12 Uhr mittags den Bauplatz verlassen und sich in die daneben befindliche Baracke begeben hatten, dass kein Menschenleben zu beklagen ist.
Das unsichere Bauwerk, das von dem in Liezen, Steiermark wohnenden Baumeister Peter Cuchero aufgeführt wurde, war soweit fortgeschritten, dass in einigen Tagen das Aufsetzen des Dachstuhles hätte beginnen sollen. Jetzt wurde der Bau eingestellt, weil weitere Einstürze nicht ausgeschlossen sind.

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Salzkammergut-Zeitung 9. Juni 1949 Hinterstoder.
Durchforstungsbahn zur Holzbringung.
Zur leichteren Heranbringung des Schnittholzes aus unwegsamem Gelände wurde erstmals in Oberösterreich bei Hinterstoder eine Durchforstungsbahn in Betrieb genommen, die das Holz wie ein Berglift über ein Seil zu Tal fördert. Zur Bedienung der Bahn sind acht bis zehn Mann erforderlich die in einem Tag 90 Festmeter Holz befördern können!
Diese Bahn verbilligt den Holztransport um 30%.

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Das kleine Volksblatt 15. September 1950
Der Oberbefehlshaber des amerikanischen Heeres, General Mark Clark, der sich zur Zeit in Europa aufhält um die amerikanischen Truppen in Deutschland, Österreich und Triest zu inspizieren, empfing gestern die Vertreter der in- und ausländischen Presse. Der General betonte zunächst, dass es seine Aufgabe sei, die Ausbildung der USA-Truppen in der Heimat zu überwachen und für die Kampfbereitschaft der in Übersee stationierten Truppen zu sorgen. Die gegenwärtige Reise habe er auf Ersuchen des amerikanischen Generalstabschefs unternommen, um festzustellen, ob diese Kampfbereitschaft bei den amerikanischen Truppen in Europa vorhanden sei. Er freue sich sehr, bei dieser Gelegenheit Österreich wiederzusehen, mit dessen Problemen er gut vertraut sei. Mit besonderer Genugtuung habe er die großen Fortschritte im Wiederaufbau festgestellt, die sich nicht nur auf das Materielle, sondern auch auf das Moralische erstrecken.
Der General erzählte dann, dass er sich am Sonntag nach Hinterstoder begeben werde, wo er sich früher sehr oft aufgehalten habe. Er habe nach seinem Scheiden von Österreich gerade aus dieser Gegend sehr viele Briefe erhalten. So habe man ihn u. a. um die Beistellung der Mittel für den Kauf einer neuen Feuerspritze gebeten. Besondere Freude aber habe ihm der Brief des Pfarrers von Hinterstoder bereitet, der ihn bat, seiner Kirche zu Glocken zu verhelfen, die seinerzeit von den Deutschen entfernt wurden.
Wie der General lächelnd erklärte, seien der amerikanischen Armee zu diesem Zeitpunkt gerade die Kirchenglocken ausgegangen. So habe er an Kardinal Spellman geschrieben und dieser habe ihn aufgefordert, ihm genauere Einzelheiten bekanntzugeben, z.B. ob das Geläute elektrisch betrieben werde. Der Pfarrer von Hinterstoder habe geantwortet, sie hätten keine Elektrizität und er glaube, der beste Weg, um der Kirche von Hinterstoder wieder zu ihren Glocken zu verhelfen sei, das Geld für die Glocken aufzubringen. Nun werde er am Sonntag dem Pfarrer von Hinterstoder einen von Kardinal Spellman und ihm unterzeichneten Scheck überreichen, so dass die Kirche bald wieder ihre Glocken haben werde.

Freitag, 14. Juli 2023

Diesmal ging es noch gut.

In der Welser Zeitung und in der Salzkammergut-Zeitung konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

                                                    
Welser Zeitung, 9. September 1932
Von der Selbstüberschätzung und der Gefährlichkeit der Berge.
Hinterstoder, 31. August. (Schwierige Rettung von zwei Touristen)
Zwei junge Burschen aus Traun, im Alter von 17 und 18 Jahren, Spenglerlehrling Josef Fischill und Bäckerlehrling Willi Ettinger, waren am Sonntag den 28. August um 8 Uhr früh vom Prielschutzhaus aufgestiegen, hatten sich von zwei Kameraden, die auf den Priel gingen, getrennt und auf dem normalen, markierten Weg die Spitzmauer bestiegen.
Den Abstieg wollten sie über die Nordwand unternehmen, weil ihnen diese Route wesentlich kürzer schien. Die Nordwand der Spitzmauer ist jedoch ein gefährliches Klettergebiet, das erst zweimal im Abstieg bezwungen wurde. Das erste mal von dem Touristen Rödner. Schon beim zweiten Abstieg blieb bekanntlich einer der damals teilnehmenden Touristen an der Wand hängen.
Die beiden Burschen unternahmen den Abstieg, ohne von der Gefährlichkeit des Terrains Kenntnis zu haben. Sie hatten keine Seile bei sich und waren auch sonst für die schwierige Tour nicht genügend ausgerüstet. Nachdem sie schon mehr als 200 Meter in die Tiefe geklettert waren, befanden sie sich plötzlich an einer Stelle in der steilen, stellenweise überhängenden Steilwand, von der sie nicht mehr weiterkonnten. Nun lagen 200 Meter Weges über ihnen und 200 Meter unter ihnen. Fischill stürzte zehn Meter tief ab, blieb aber glücklicherweise auf einem etwa tischgroßen Vorsprung hängen. Er rief seinem Gefährten noch zurück: „Pfüat di Gott, Willi, bei mir gehts dahin!" Gott sei Dank bewahrheitete sich diese Befürchtung nicht. Fischill trug nur eine Fußverletzung davon. Ettinger kletterte ihm nach und beide konnten nun einen Lagerplatz ausfindig machen, der ihnen halbwegs Schutz und Ruhe bot. Das Unglück ereignete sich am Sonntag um halb 4 Uhr nachmittags. Die beiden Touristen gaben nun Signale, die von dem Sohn des Linzer Schuldieners Niederleitner, der im Prielschutzhaus war, gehört wurden. Niederleitner lief in einer halben Stunde vom Schutzhaus zu Tal nach Hinterstoder und mobilisierte dort eine Rettungsmannschaft. Es stiegen sofort mehrere Bergführer auf, die am Montag früh mit den Bergungsversuchen begannen. Es verging jedoch einige Zeit den Einstieg zu finden, der zur Unfallstelle führte. Man hatte sogar schon die Meldung zu Tal gegeben, dass die Bergung unmöglich sei weil man den Zugang nicht finden könne. Am Montag abends gelang dies jedoch und die aus 13 Mann bestehende Linzer Rettungsexpedition konnte nun rasch zur Bergung schreiten. Immerhin bot auch diese noch ungeheure Schwierigkeiten. Ein Mitglied der Rettungsexpedition musste den Weg über die Ostwand nicht weniger als dreimal hin und zurück nehmen. Die beiden Touristen wurden angeseilt, Fischill mußte getragen werden. Sie wurden wieder zur Spitze empor gebracht und dann auf dem normalen Weg ins Prielschutzhaus gebracht.

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Salzkammergut-Zeitung 16.Oktober 1952
Um 6 Uhr früh meldete der Hüttenwart des Prielschutzhauses Hans Reicht dem Posten Hinterstoder, dass am Vortag fünf junge Bergsteiger trotz Warnung in die sogenannte Hochkarpfeilerroute der Spitzmauer — eine durch ihre großen Schwierigkeiten besonders gefährliche Klettertour— eingestiegen und bisher nicht zum Schutzhaus zurückgekehrt seien. Daraufhin wurden sofort der Gendarmerie-Hochalpendienst und der Bergrettungsdienst alarmiert. Unabhängig davon nahm Hüttenwart Reicht mit seinem Träger Paul Grünewald die Suche unverzüglich persönlich auf. Dreieinhalb Stunden später konnte er bereits zu Tal melden, dass er sich in der Klinserscharte befinde, er mit den Hilfesuchenden Bergsteigern schon in Verbindung stehe und versuchen wolle, über die Gruberrinne zu den Bergsteigern zu gelangen. Als die fünfköpfige Gend.- Hochalpinistenpatrouille und die 7 Mann starke, unter Führung des aus Linz herbeigeeilten Landesleiters Ignaz Transchitz stehende Einsatzgruppe des Bergrettungsdienstes zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags beim Einstieg zur Gruberrinne anlangte und eine Rufverbindung mit Reichl hergestellt werden konnte, signalisierte der Hüttenwart, dass die Bergsteiger gerettet seien.

Reichl hatte gemeinsam mit seinem Träger Grünewald die in der Steilwand aussichtslosen Kletterer der Reihe nach unter schwierigsten, lebensgefährlichen Umständen zum Hochkarpfeiler aufgeseilt und sie dann durch die Gruberrinne, die sie infolge ihrer Erschöpfung auch nicht mehr aus eigener Kraft zu bewältigen vermochten, abgeseilt. Bei den in Bergnot geratenen handelte es sich um eine jugendliche Kletterrunde und zwar den Mechaniker Hans Stockinger (Linz), Elektriker Richard Stabil (Steinbach/Steyr), Drucker Richard Blaimschein (Steinbach/Steyr), Radiotechniker Walter Spindelbalker (Losenstein), Schüler, Franz Eder (Linz) sowie die Zahnarztassistentin Maria Eder (Linz).
Sie waren am 5. Oktober vormittags kurz vor 10 Uhr in drei Seilschaften in die Route eingestiegen und gut 6 Stunden durchgeklettert. Wegen eingetretener Wetterverschlechterung (eisiger Regen, der später in Schnee überging) und infolge Erschöpfung mussten sie gegen 16.30 Uhr etwa 70 Meter unterhalb des Hochkarpfeilergipfels die Fortsetzung der Tour aufgeben und in der Felswand biwakieren. Als am nächsten Morgen ein Weiterkommen infolge der starken Vereisung der Wand völlig aussichtslos erschien, beschlossen sie in der hochnotpeinlichen Lage bis zum erhofften Eintreffen fremder Hilfe auszuharren.

Die sechs jungen Menschen verdanken dem wackeren, entschlossenen Handeln des Hüttenwartes vom Prielschutzhaus ihre Rettung. Hätten sie seinen Ratschlägen und Warnungen Gehör geschenkt und Vernunft bewahrt, wäre ihnen diese Lebensgefahr erspart geblieben!                                          
                                    

Freitag, 7. Juli 2023

Was die Zeitung vor rund 100 Jahren von Hinterstoder berichtete.

In der Welser Zeitung konnte man folgende Artikel lesen. Sie wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.

Welser Zeitung 20. März 1925

Das Adlerpaar.
Wie berichtet wurde, ist dem Tierpark in Schönbrunn vor einiger Zeit das Prachtstück eines Königsadlers von Hinterstoder übermittelt worden. 
Schon seit längerer Zeit horstete (lebte) im Naturschutzpark von Hinterstoder ein Adlerpaar, das bei allen Naturfreunden lebhaftes Interesse erweckte. Zur Abwehr des dort zahlreich vorkommenden Raubwildes wurden nun Fallen gestellt, die beiden Adlern zum Verhängnis wurden. Das Weibchen machte sich frei, musste aber seinen Vorwitz mit dem Hinterlassen eines Adlerfanges (Bein) büßen, während der prachtige männliche Goldadler vom Förster glücklich gefangen nach Wien gesandt wurde.
Da das Weibchen im Hinterstoderer Revier noch immer gesehen wird und man das Aussterben dieses prächtigen Vogels in Oberösterreich verhindern will, wird auch das Männchen von Schönbrunn wieder nach Hinterstoder zurückgestellt und dort in Freiheit gesetzt. In Jägerkreisen ist man der festen Meinung, dass sich das schöne Adlerpaar wieder zusammenfinden wird.

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Welser Zeitung 22.Juli 1927
Am 20. Juli 1927 ist das Gausrabgut des des Anton Hackls in Hinterdambergau, Gemeinde Hinterstoder, bis auf das Mauerwerk niedergebrannt, wobei durch Funkenflug auch das Nachbarhaus, vulgo Peterhofergut des Besitzers Ferdinand Bürtlmair in Hintertambergau den Flammen zum Opfer fiel.
Der Brand wurde auf dem Heuboden des Anwesens Hackls durch sechs- bis siebenjährige Kinder verursacht, die dort mit Zündern spielten. 
Die Gesamtschadenssumme stellt sich auf etwa 210.000 Schilling (Gesamtversicherung 91.700 S.). Infolge der herrschenden ungünstigen Windrichtung bestand Gefahr, für zwei weitere Nachbargebäude, die aber glücklicherweise vom verheerenden Element verschont blieben. Am Brandplatz waren die Feuerwehren Hinterstoder, St. Pankratz, sowie die zur Hilfeleistung herbeigeeilte Bevölkerung tätig. Den Sicherheits- und Ordnungsdienst hielt die Gendarmerie Hinterstoder, Vorderstoder und St. Pankraz aufrecht.

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Welser Zeitung 25. Juni 1904
Der Segen des Geldes.
Am 18. Juni wurde der dritte und letzte Polstersohn begraben. Polsterhof und Polster-Almen sind allen Prielbesteigern in Hinterstoder hinlänglich bekannt. Jeder der drei Polstersöhne starb in der Lebensblüte, jeder führte seinen Tod durch Alkohol herbei, jeder starb ohne Empfang der heiligen Sakramente.
Die Mutter hatte einst das so schöne Gut um teures Geld der Herrschaft verkauft um durch das Geld ihre Kinder zu beglücken.