In alten Zeitungen wie im Prager Tagblatt und in der Alpenländischen Rundschau kann man folgende Anekdoten lesen. Die Artikel wurden etwas gekürzt und unserer Zeit angepasst.
Prager Tagblatt 6. Januar 1932Bei einem Münchner Universitätsprofessor trat am 1. Oktober ein neues Dienstmädchen ein. Sie schien brav und bescheiden zu sein und
mit allem, was man ihr vorschlug, einverstanden; nur einen Wunsch äußerte sie: an zwei Tagen der Woche abends unbegrenzten Urlaub zu haben, da sie ihren Bräutigam erst spät treffen könne. Der gute Eindruck, den das
Mädchen machte, veranlasste die Frau des Professors ihr diesen Wunsch zu erfüllen, worauf das Mädchen strahlend erklärte: ..Wissens gnädige Frau, das
ist net kapriziös von mir, weil mein Bräutigam kann immer erst dann von zu Haus weg, wenn seine Frau schon schläft."
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Prager Tagblatt 10. Mai 1930
Oskar von Miller, der Schöpfer des Deutschen Museums wurde von seinen
Mitarbeitern verehrt, obwohl er niemals einen freien Willen gelten ließ. Bei einem Festessen hielt ein Beamter des Deutschen Museums eine Rede auf Oskar von
Miller, schilderte dessen Leistungen und schloss mit den Worten: „Das
schönste ist für uns die volle Freiheit, die Oskar von Miller jedem Mitarbeiter gewährt, getreu seinem Wahlspruch: „Hier darf jeder tun, was ich will!"
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Max Reinhardt (geb.1873, gest.1943) Theater-und Filmregisseur, Theatergründer, Begründer der Jedermann-Inszenierung in Salzburg |
Prager Tagblatt 17. Januar 1930
Max Reinhardt führt ein großes Haus in seinem Schloß
Leopoldskron. Viele Gäste gehen bei ihm ein
und aus. Unter anderen auch junge Schauspieler
und Schauspielerinnen, denen der Hausherr stets
das Beste auftischte, was Küche und Keller hergaben.
„Sie nehmen uns so nett auf, Professor“, sagte eines Tages
Marion M. „warum lassen sie uns nicht bei ihnen
spielen?"— „Mein liebes Kind," lächelte da
Max Reinhardt, „wenn ich Euch an meinen Theatern
spielen ließe könnte ich euch bald nicht mehr so nett aufnehmen.
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Alpenländische Rundschau 7. März 1925
Eigenartige Fuchsjagd.
Auf einer Jagd sahen Jäger zwei Füchse in ihren Bau hinein schlüpfen. Man beschloss, ihnen zu Leibe zu gehen mit Hilfe einer Feuerwehrspritze.
Diese wurde herbeigeschafft und man begann, Wasser in den Bau zu pumpen, während mehrere Wachposten, die Flinte in der Hand, die Ausgänge der Fuchsburg behüteten. Da die Füchse in ihrer Schlauheit es vorzogen, nicht sogleich auf der Bildfläche zu erscheinen, wurden die Schützen etwas unachtsam. Wie nun die feuchte Bedrängnis für die beiden Füchse noch größer wurde, schossen sie blitzschnell aus der Höhle, an den Jägern vorbei, die ihnen aufs höchste betroffen nachschauten, wie weiland die Jäger dem weißen Hirsch. Als die Gewehre der Erstaunten losgingen, waren die Füchse schon außer Gefahr.
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